„Sehr dringlich“: Merkel fordert Freilassung von Nawalny

Angela Merkel - SNA, 1920, 21.01.2021
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Donnerstag nachdrücklich eine sofortige Freilassung des bei seiner Rückkehr nach Russland festgenommenen Kremlkritikers Alexej Nawalny gefordert.
„Wir glauben, dass das absolut richtig wäre und auch sehr dringlich ist“, erklärte Merkel in Berlin.
Die Bundesregierung hat bereits am Montag die Festnahme Nawalnys an einem Flughafen in Moskau scharf verurteilt und seine Freilassung gefordert.
Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat am Donnerstag die zuständigen Justizbehörden Deutschlands erneut um Rechtshilfe im Fall Nawalny ersucht.
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Generalstaatsanwalt Igor Krassnow bezeichnete den 44-Jährigen als „Person, die ein Verbrechen begangen hat“. Nawalny sei kein „Opfer“, betonte er in einem Zeitungsinterview.

Nawalny muss 30 Tage in Haft

Nawalny ist in Russland in zwei Fällen wegen Unterschlagung von insgesamt rund 500.000 Euro zu jeweils fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Im Dezember wurde er zur Fahndung ausgeschrieben, weil er laut der russischen Strafvollzugsbehörde während seines Aufenthalts in Deutschland mehrfach gegen Bewährungsauflagen verstoßen hat.
Am Montag verurteilte ein Gericht den 44-Jährigen zu 30 Tagen Haft. Der Kremlkritiker habe gegen Meldeauflagen nach einem früheren Strafprozess verstoßen, hieß es. Bis zur Entscheidung des Gerichts wird Nawalny Angaben zufolge in Untersuchungshaft bleiben. Der Prozess ist für den 29. Januar geplant.
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