Merkel zu Zusammenarbeit mit Russland bei Impfstoff Sputnik V bereit

© SNA / Wladimir Astapkowitsch  / Zur BilddatenbankRussischer Impfstoff „Sputnik V“
Russischer Impfstoff „Sputnik V“  - SNA, 1920, 21.01.2021
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat am Donnerstag in der Bundespressekonferenz unter anderem auch das Thema des russischen Coronavirus-Impfstoffs Sputnik V berührt. Ein Video von der Veranstaltung wurde im Phoenix-Kanal auf YouTube veröffentlicht.
Nach Angaben der CDU-Politikerin ist sie wegen des vom Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau gemeinsam mit dem Russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF) entwickelten Präparats mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Gespräch.
„Ich habe in der Tat mit dem russischen Präsidenten gesprochen“, so Merkel. „Und ich habe gesagt, wenn wir dann gemeinsam arbeiten wollen, ich finde, über alle politischen Differenzen, die ja im Augenblick groß sind, hinweg, kann man in der Pandemie auf dem humanitären Bereich zusammenarbeiten.“
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Die Voraussetzung sei, dass der Impfstoff von der Europäischen Zulassungsbehörde genehmigt werde. Daher habe sich Russland nun an die Europäische Medizinagentur (Ema) gewandt. Die Kanzlerin wiederum habe das deutsche Paul-Ehrlich-Institut gebeten, Russland dabei zu unterstützen und etwa mit den Dokumenten zu helfen.
„Und wenn dieser Impfstoff zugelassen wird – von der Ema – dann können wir auch über gemeinsame Produktion reden oder auch über Anwendung.“
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Laut dem RDIF-Leiter Kirill Dmitrijew interessiert sich eine Reihe europäischer Länder für das russische Vakzin. Er bestätigte, dass die Sputnik-V-Herstellung mit Deutschland besprochen werde.
„Wir haben einen guten Dialog mit Deutschland über eine mögliche Produktion von Sputnik V in Deutschland“, zitiert SNA am Donnerstag den Fondschef. „Es gibt ein großes Interesse seitens einzelner EU-Länder. Natürlich folgen wir aber allen Vorschriften der Ema.“
Das russische Gesundheitsministerium hatte im August den weltweit ersten Impfstoff zur Prävention der Covid-19-Erkrankung registriert, der vom Gamaleja-Institut in Zusammenarbeit mit dem RDIF entwickelt worden war. Der Impfstoff besteht aus zwei Komponenten, die in dreiwöchigem Abstand verabreicht werden.
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Die klinischen Tests des Serums gegen Sars-CoV-2 hatten am 7. September in Moskau begonnen. Die Wirksamkeit von Sputnik V belief sich nach der zweiten Zwischendatenanalyse am 28. Tag nach Verabreichung der ersten Immunisierung an Freiwilligen auf 91,4 Prozent. 42 Tage nach der ersten Dosis des Impfstoffs betrug die Wirksamkeit mehr als 95 Prozent.
Sputnik V ist inzwischen in Serbien, Weißrussland, Kasachstan, Bolivien, Argentinien, Guinea, Brasilien, Venezuela, Algerien und Palästina offiziell zugelassen und im Einsatz. Weltweit sind bereits 1,5 Millionen Menschen mit Sputnik V geimpft worden. In mehreren Dutzend Ländern sind Zulassungen beantragt. Mehr als 50 Länder haben bereits „Sputnik V“-Dosen in Russland bestellt.
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