Homeoffice-Verordnung könnte ab nächster Woche gelten

© AFP 2022 / LOIC VENANCEHomeoffice (Symbolbild)
Homeoffice (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.01.2021
Die von Bund und Ländern vereinbarte Verordnung für mehr Homeoffice könnte in der kommenden Woche in Kraft treten. Die Bundesregierung werde die Verordnung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in der Kabinettssitzung am Mittwoch auf den Weg bringen, teilt die Agentur Reuters unter Verweis auf Regierungskreise mit.
Die Zustimmung von Bundestag oder Bundesrat sei nicht erforderlich. Die Verkündung im Bundesgesetzblatt sei noch für diese Woche geplant. Fünf Tage danach trete die Verordnung in Kraft, zunächst befristet bis zum 15. März 2021. Damit werden Arbeitgeber verpflichtet, ihren Beschäftigten Homeoffice anzubieten, wenn keine zwingenden betrieblichen Gründe entgegenstehen. Beschäftigte müssen das Angebot aber nicht annehmen. Zudem werden die Corona-Schutzregeln am Arbeitsplatz verschärft, hieß es weiter.
Durch mehr Arbeiten von zu Hause aus erhoffen sich Bund und Länder eine Verringerung der Kontakte auf dem Arbeitsweg und am Arbeitsplatz, berichtet Reuters. Dies soll dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Eine stärkere Verlagerung der Büroarbeit nach Hause könnte die Zahl der Infektionen nach Berechnungen von Wirtschaftswissenschaftlern deutlich verringern. Forscher um den Bonner Ökonomieprofessor Hans-Martin von Gaudecker haben in einem Rechenmodell eine Erhöhung der Homeoffice-Quote (die derzeit auf 25 Prozent geschätzt werde) auf 35 Prozent simuliert. Die Zahl der Neuinfektionen könne dadurch Ende Februar um gut ein Viertel geringer sein.
 Bundesvorsitzender der Grünen Robert Habeck (Archivbild) - SNA, 1920, 18.01.2021
Grünen-Chef Habeck fordert Anspruch auf Homeoffice und FFP2-Masken

Angebotspflicht statt Homeoffice-Pflicht

Die Vorschrift zum Homeoffice wurde gegenüber früheren Vorschlägen aus dem Arbeitsministerium etwas abgeschwächt. Ursprünglich wollte Heil Arbeitgeber verpflichten, „überall dort, wo es möglich ist, den Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice” zu ermöglichen. Nun sieht die Verordnung eine Angebotspflicht der Arbeitgeber vor. Zudem kann der Arbeitgeber unter Berufung auf betriebliche Gründe Homeoffice ablehnen.
„Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Falle von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen", heißt es in dem Reuters vorliegenden Entwurf.
Auf Verlangen der Arbeitsschutzbehörden muss der Arbeitgeber begründen, aus welchen betrieblichen Gründen Homeoffice abgelehnt wird. Für Arbeitnehmer entsteht daraus keine Homeoffice-Pflicht. „Für die Beschäftigten besteht keine Verpflichtung zur Annahme und Umsetzung des Angebots”, heißt es in der Verordnung.
Zudem werden strengere betriebliche Arbeitsschutzregeln für Abstände und Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben. Wenn Räume von mehreren Personen gleichzeitig genutzt werden, müssen pro Person zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen. In Betrieben ab zehn Beschäftigten müssen diese in möglichst kleine, feste Arbeitsgruppen eingeteilt werden. Wenn Abstände und Belegungsvorschriften nicht eingehalten werden können, müssen Arbeitgeber medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung stellen.
Homeoffice (Symbolbild) - SNA, 1920, 17.01.2021
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Aktuelle Corona-Zahlen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut hat bisher insgesamt 2.068.002 Corona-Fälle (Stand: 20.01.2021, 00:00 Uhr) in Deutschland bestätigt, das ist ein Plus von 15.974 zum Vortag. Weitere 1148 Todesfälle wurden gemeldet, insgesamt sind damit bislang 48.770 Menschen an dem Virus gestorben. Genesen sind laut Internetseite des RKI rund 1.741.800 Menschen. Aktuell gibt es in Deutschland 277.700 Menschen, die aktiv an Covid-19 erkrankt sind. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwoch bei 123,5.
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