Macht Geld glücklicher? US-Studie zeigt eine höhere Lebenszufriedenheit mit steigendem Lohn

CC0 / Kedite / Pixabay / Eine Frau mit Dollar-Banknoten (Symbolbild)
Eine Frau mit Dollar-Banknoten (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.01.2021
Bislang konnten sich Menschen mit niedrigem Lohn damit trösten, dass ein sehr großes Gehalt auch nicht glücklicher macht. Ein US-Forscher zeigt nun in seiner Studie, dass ein höheres Gehalt durchaus eine Rolle bei der Lebenszufriedenheit spielt.
Für die Arbeit des Psychologen Matthew Killingsworth von der University of Pennsylvania wurden mehr als 33.000 erwerbstätige Erwachsene in den USA an zufälligen Zeitpunkten des Tages über eine App befragt, wie sie sich denn gerade fühlten. Das Ergebnis der 1,7 Millionen Einzeldaten: Die allgemeine Lebenszufriedenheit und auch das tägliche emotionale Wohlempfinden stiegen mit dem Lohn – und das weit über ein jährliches Haushaltseinkommen von 80.000 US-Dollar (66.000 Euro) hinaus. Einige Forscher gingen zuvor von rund 75.000 Dollar oder weniger aus, an dem das emotionale Wohlbefinden nicht mehr steigt. Killingsworth gibt keinen oberen Wert an. Seine Untersuchungsergebnisse wurde im Fachmagazin „PNAS“ veröffentlicht.
Als einen der Gründe nennt er, dass reiche Menschen das Gefühl hätten, mehr Kontrolle über ihr Leben zu haben. Killingsworth sieht seine differenziertere Methodik als Grund für die abweichenden Resultate an: So seien die Probanden mithilfe des Smartphones quasi in Echtzeit befragt worden. Zudem wurden deren Emotionen mit einer breiten Skala abgefragt.
Altmaier: „Magische 40-Prozent-Grenze“ bei Lohnnebenkosten nicht überschreiten - SNA, 1920, 19.01.2021
Altmaier: „Magische 40-Prozent-Grenze“ bei Lohnnebenkosten nicht überschreiten
„Die insgesamt bessere Methode könnte tatsächlich zu dem neuen Ergebnis geführt haben“, kommentiert der Soziologe Jan Delhey von der Universität Magdeburg. Allerdings rät er zur Vorsicht, die Befunde auf Deutschland zu übertragen. So sei die Gesellschaft in den USA viel wettbewerbsorientierter und materialistischer.
Wichtig sei nicht nur, wie viel Geld man habe, sondern auch, wofür man es ausgebe. Erlebnisse machen laut Delhey glücklicher als Güter, weil sie sich weniger abnutzen. Ebenso mache es glücklich, wenn man Geld nicht nur für sich, sondern auch für andere ausgebe. Und er betont: Reiche hätten lediglich eine größere Chance auf höhere Zufriedenheit. „Im Einzelfall finden wir kreuzunglückliche Hocheinkommensbezieher genauso wie Menschen mit geringerem Einkommen und hohem Wohlbefinden.“
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала