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Auch in Corona-Zeiten: Jede zweite Firma vermisst Fachkräfte

© CC0 / Jacqueline Macou / PixabayFachkräfte (Symbolbild)
Fachkräfte (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.01.2021
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Trotz oder gerade wegen Corona: Viele Betriebe finden zu wenig Nachwuchs. Laut einer Bertelsmann-Studie schauen sie trotz Engpässen wenig ins Ausland.
Viele Unternehmen sehen sich auch in der Corona-Krise mit einem Mangel an Fachkräften konfrontiert. Allerdings spielt die Rekrutierung von qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland bislang nur eine untergeordnete Rolle, wie der neue „Fachkräftemigrationsmonitor“ der Bertelsmann Stiftung zeigt. Die Autoren betonen, dass gerade hier Potenzial läge, um die Auswirkungen des demografischen Wandels abzumildern.

Über die Hälfte der Firmen von Fachkräftemangel betroffen

„Größere Unternehmen sind häufiger vom Fachkräftemangel betroffen als kleine“, so Matthias Mayer, Co-Autor der Studie und Migrationsexperte bei der Bertelsmann Stiftung. „Besonders der Gesundheitssektor und das Bauwesen leiden unter Engpässen.“
Laut Studie rechnen 54 Prozent der Unternehmen mit Fachkräfteengpässen im Jahr 2021. Im vergangenen Jahr gaben 55 Prozent der Unternehmen an, über weniger Fachkräfte als benötigt zu verfügen. Am stärksten war der Bedarf an Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung (37 Prozent), gefolgt von Akademikern (27 Prozent).
Um den Engpässen entgegenzuwirken, setzen die befragten Unternehmen in erster Linie darauf, neue Mitarbeiter auszubilden sowie das vorhandene Personal durch Weiterbildung und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf im eigenen Betrieb zu halten. Nur 17 Prozent gaben an, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Dabei werben sie vor allem Personal aus der Europäischen Union und anderen europäischen Ländern an, gefolgt von Asien und dem Mittleren Osten. Sehr wenig Erfahrung gibt es mit Fachkräften aus Afrika.
Ein Fußgänger vor dem geschlossenen Modegeschäft in München - SNA, 1920, 12.01.2021
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Fachkräfte aus dem Ausland spielen „zunehmend wichtige Rolle“

Als größte Hürden bei der Anwerbung aus dem Ausland nennen die Unternehmen sprachliche Verständigungsprobleme sowie die Schwierigkeit, die im Herkunftsland erworbenen Qualifikationen richtig einzuschätzen. Rechtliche Hürden sowie Corona-bedingte Einreisebeschränkungen spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle.
Wie genau sich die Corona-Krise in Deutschland auf den Bedarf und die Zuwanderung von Fachkräften auswirken wird, sei noch nicht absehbar. Nach Ansicht der Studienautoren ändert die Pandemie aber nichts an der strukturellen Herausforderung des demografischen Wandels für die deutsche Wirtschaft. Tatsächlich hätte der Corona-bedingte Rückgang der Migration zu einem Bevölkerungsrückgang im ersten Halbjahr 2020 geführt, dem ersten seit 2010.
„Auch wenn wir mit großen Unsicherheiten bei den Entwicklungen am Arbeitsmarkt rechnen müssen, werden Fachkräfte aus dem Ausland für deutsche Unternehmen angesichts der sinkenden Zahl einheimischer Arbeitskräfte eine zunehmend wichtige Rolle spielen“, erläutert Mayer.
Matthias Mayer
Migrationsexperte bei der Bertelsmann Stiftung
Er verweist auf das Anfang 2020 verabschiedete Fachkräfte-Einwanderungsgesetz als wichtiges Instrument, um Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten leichter anwerben zu können. Es sei jedoch nötig, größere Transparenz über berufsfachliche Kompetenzen ausländischer Fachkräfte herzustellen und die Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen zu erleichtern, um dieses Potenzial noch besser zu erschließen
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