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Experten warnen Bund und Länder eindringlich vor Corona-Mutationen

Arzt (Symbolbild) - SNA, 1920, 19.01.2021
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Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten sind am Montagabend von Experten eindringlich vor der Gefahr der Coronavirus-Mutationen gewarnt worden. Dies teilt die Agentur Reuters mit.
Nach Informationen von Reuters aus Teilnehmerkreisen warnten etwa die Braunschweiger Virologin Melanie Brinkmann sowie der Helmholtz-Infektionsforscher Michael Meyer-Hermann davor, dass sich die Virus-Mutationen auch in Deutschland schnell ausbreiten würden. Deshalb müssten die Infektionszahlen mit harten Maßnahmen schnell nach unten gedrückt werden. Ähnlich argumentierte Rolf Apweiler, Direktor des European Bioinformatics Institute Cambridge. Er warnte, dass die in Großbritannien festgestellte Virus-Variante für sechs bis achtmal mehr Corona-Fälle im Monat sorge als das herkömmliche Virus. Er forderte einen „scharfen Lockdown”, schnelles Impfen und breite Gensequenzierung zur Erkennung der Virus-Varianten, um die Infektionszahlen schnell zu senken. Wenn aber der politische Wille fehle, würden auch die besten Teststrategien nichts bringen, warnte er.
Festnahme einer Frau, die gegen Corona-Einschränkungen in Berlin protestiert (Archivbild) - SNA, 1920, 18.01.2021
Immer mehr Länder denken über Zwangseinweisungen für Quarantäne-Brecher nach
Der Berliner Mobilitätsforscher Kai Nagel von der TU Berlin warnte, dass sich die hochansteckende Mutation B117 bis Mitte März in Deutschland ausbreite, so Reuters weiter. Er habe in verschiedenen Modelle vorgestellt, welche Auswirkungen mögliche Öffnungsschritte hätten, hieß es aus Teilnehmerkreisen weiter. Den R-Faktor, der angibt, wie viele Personen ein Infizierter rechnerisch ansteckt, habe Nagel für die Arbeit und Schulen jeweils mit 0,15 angegeben. Der Ansteckungsfaktor zuhause und in der Freizeit betrage je 0,4. Wenn man Schulen öffnen wolle, müssten andere Aktivitäten weiter beschränkt bleiben, weil der R-Faktor insgesamt nicht über eins steigen dürfe. Nagel halte eine strikte Einschränkung aushäusiger Aktivitäten, eine Ausgangssperre am Abend sowie FFP2-Maskenpflicht am Arbeitsplatz für sinnvoll. Wenn man Schulen öffne, sollten die Klassen halbiert werden und alle Kinder FFP2-Masken tragen.

Nachschärfen der Maßnahmen auch im wirtschaftlichen Interesse – Heil

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil wirbt um Verständnis für eine bevorstehende Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Es sei auch im wirtschaftlichen Interesse, dass diese nun zum Zwecke des Infektionsschutzes für eine begrenzte Zeit nachgeschärft werden, sagt der SPD-Politiker im ZDF. Das hätten alle Experten in der Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten gesagt. Die Bundesregierung könne die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht ignorieren.
„Ich will nicht, dass wir unsere gesamte Volkswirtschaft runterfahren müssen.”
Arbeitsminister Hubertus Heil - SNA
Hubertus Heil
Bundesarbeitsminister

Große Mehrheit für Verlängerung des Corona-Lockdowns – Umfrage

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen unterstützt eine Verlängerung des Corona-Lockdowns über den 31. Januar hinaus. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 40 Prozent sogar für eine Verschärfung der bestehenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie aus, weitere 21 Prozent sind für eine Beibehaltung der bisherigen Beschränkungen. Nur 13 Prozent plädierten für ein Ende des Lockdowns, 17 Prozent für eine Lockerung. 8 Prozent machten keine Angaben. Die Zahl der Lockdown-Gegner hat damit im Vergleich zu Anfang Januar nur leicht zugenommen, teilt die dpa am Diesntag mit. Damals waren 11 Prozent für eine Abschaffung aller Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus und 17 Prozent für eine Entschärfung.

Aktuelle Infektionszahlen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat bisher insgesamt 2.052.028 Corona-Infektionen (Stand: 19.01.2021, 00:00 Uhr) in Deutschland verzeichnet, das ist ein Plus von 11.369 zum Vortag. Weitere 989 Todesfälle wurden gemeldet, insgesamt sind damit bislang 47.622 Menschen an dem Virus gestorben. Genesen sind rund 1.716.200 Menschen, rund 24.500 mehr als am Vortag. Aktuell gibt es in Deutschland 288.400 Menschen, die aktiv an Covid-19 erkrankt sind, 14.100 weniger als am Vortag.
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