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„Mit fairem Sportsgeist hat das nichts zu tun“ – Streit zwischen Wikipedia und DFB

© CC0 / Civista / Wikimedia CommonsZentrale des DFB in Frankfurt am Main (Archivbild)
Zentrale des DFB in Frankfurt am Main (Archivbild) - SNA, 1920, 19.01.2021
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Hat der Deutsche Fußball-Bund einen Dienstleister dafür bezahlt, dass dieser den Wikipedia-Eintrag von dessen Generalsekretär Friedrich Curtius „aufmöbelt“? Das widerspricht den Grundsätzen der offenen und ehrenamtlich geschriebenen Online-Enzyklopädie. Wikipedia verlangt eine Stellungnahme des DFB.
Wikipedia-Einträge sind nicht immer schmeichelhaft, oder zumindest nicht durchweg. Und jeder kann sie bearbeiten – das ist das Prinzip des Online-Lexikons. Über manche Einträge entstehen regelrechte Editions-Kriege, bei denen einzelne Passagen immer und immer wieder verändert werden. Wer, wann, welche Veränderungen vorgenommen hat, lässt sich aus der Historie ablesen. Dort herrscht keine Klarnamenpflicht, dennoch ist es daran sehen, ob jemand bei einem oder mehreren Artikeln besonders fleißig editiert hat.
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Zwischen August und November 2019 ist auch der Eintrag über Friedrich Curtius, Generalsekretär des DFB, siebenmal verändert worden. Ein gewisser Sebastian Himstedt hat den Wikipedia-Artikel nicht nur ausführlicher gemacht und mit zahlreichen Weblinks versehen, sondern auch die wenig schmeichelhafte Passage über vermeintliche Vetternwirtschaft mit „einem Schulfreund“, der Curtius einen Exklusiv-TV-Vertrag zugeschanzt haben soll, komplett gelöscht.

15.000 Euro fürs Frisieren?

Wie jetzt bekannt wurde, soll es sich bei Himstedt um einen professionellen PR-Mann handeln. Der Vorwurf: Der DFB hat einen externen Dienstleister bezahlt, um den Eintrag zu frisieren. Laut einem Bericht des „Spiegel“ ist tatsächlich ein entsprechender Vertrag im Juni 2019 im Umfang von über 15.000 Euro von Curtius und dem DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge unterzeichnet worden.
„Wikipedia lebt vom Engagement ehrenamtlicher Autor*innen. Das Paid Editing, also die bezahlte Erstellung oder Überarbeitung von Artikeln, steht im Widerspruch zur Idee ehrenamtlicher Mitarbeit und ist nur unter Einhaltung strenger Auflagen geduldet“, sagte der Frankfurter Rundschau der Geschäftsführende Vorstand von Wikimedia Deutschland, Abraham Taherivand.
Auch sei nicht transparent gemacht worden, dass eine mögliche bezahlte Bearbeitung des Artikels vorgenommen wurde.
Der Eintrag ist zwar immer noch auf Wikipedia zu finden, ist aber mit einer Warnung versehen worden: „Die Neutralität dieses Artikels oder Abschnitts ist umstritten“. Überdies verlangt Wikemedia Deutschland eine klare Stellungnahme des DFB zu dem Vorgang. „Mit fairem Sportsgeist hat das nichts zu tun. Der DFB muss jetzt klar Stellung beziehen, ob und wie es zu der Beauftragung gekommen ist“, so Taherivand.
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