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Deutscher Konzern zieht sich wegen US-Sanktionen aus Nord Stream 2 zurück – Medien

© SNA / Alexey VitvizkzyNord Stream 2 (Archivbild)
Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 19.01.2021
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Die USA haben am Dienstag weitere Sanktionen gegen die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 verhängt. Aus Angst vor den neuen Beschränkungen hat der Mannheimer Industriedienstleister „Bilfinger SE“ als erstes deutsches Unternehmen das Projekt verlassen. Die entsprechenden Unterlagen liegen der „BILD“-Zeitung vor.
Grund für die Entscheidung seien die drohenden US-Sanktionen, die das Unternehmen schon in wenigen Wochen hätten treffen können.
In zwei Schreiben – einer Ankündigung aus dem Dezember und einer Bestätigung in der vergangenen Woche – hatte Bilfinger den USA mitgeteilt, das man sich an die Bestimmungen des „Schutz des europäischen Energiesicherheitsgesetzes“ (PEESCA) halten werde und sämtliche Kooperationen und Verträge mit Nord Stream 2 gekündigt habe.
Die Firma hat nach eigenen Angaben aber das Schweizer Pipeline-Unternehmen „Nord Stream 2 AG“, deren Mutterkonzern der staatliche russische Energieriese Gazprom ist, kurz vor Weihnachten davon ins Kenntnis gesetzt. Allerdings hätten die Russen die Nachricht unbeantwortet gelassen, weshalb man in Mannheim nun befürchtet, von Nord Stream 2 verklagt zu werden.
Bilfinger hatte mehrere Verträge mit der „Nord Stream 2 AG“ abgeschlossen. Unter anderem „für die Entwicklung, Lieferung und Inbetriebnahme der Prozessleit- und Sicherheitssysteme für den Betrieb der Pipeline“, dessen Auftragsvolumen 15 Millionen Euro betragen hätte. Außerdem schloss Bilfinger mit den Russen einen Vertrag über „das Engineering, die Lieferung, Montage und Inbetriebnahme einer 90 MW + 30 MW Reserve erdgasbefeuerten Wärmeerzeugungsanlage“ beim deutschen Anlandepunkt der Pipeline in Lubmin.

US-Sanktionen gegen Pipeline

Wie aus der Webseite des US-Finanzministeriums hervorgeht, haben die USA am Dienstag Sanktionen gegen das russische Rohrlegeschiff „Fortuna“, das die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 verlegt, sowie gegen seinen Eigner – Firma „KBT-Rus“ – eingeführt. Auf der Sanktionsliste stehen ebenfalls sechs weitere Schiffe, darunter auch die unter der russischen Flagge fahrenden Öltanker „Maxim Gorki“ und „Sierra“. Darüber hinaus fielen das in der russischen Region Krasnodar registrierte Unternehmen „Rustanker LLC“ und 14 Unternehmen aus Italien, der Schweiz, den USA, Venezuela, Malta und Großbritannien unter die Sanktionen. Die Liste enthält auch drei Personen – sie sind Bürger der Schweiz, Italiens und Venezuelas.
Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 19.01.2021
Stiftung für Nord Stream 2 in Mecklenburg-Vorpommern gegründet

Nord Stream 2

Das Projekt umfasst den Bau von zwei Strängen einer Gaspipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland. Die Pipeline verläuft in den Territorialgewässern von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland und kostet rund zehn Milliarden Euro.
Die USA, die verflüssigtes Erdgas auf den europäischen Markt bringen wollen, treten gegen den Bau der Gaspipeline auf. Washington hatte im Dezember 2019 Sanktionen gegen das Nord-Stream-2-Projekt verhängt und von den Partnerunternehmen einen unverzüglichen Arbeitsstopp gefordert. Das schweizerische Unternehmen Allseas stellte daraufhin seine Arbeit ein.
Im Dezember 2020 hatte die Nord Stream 2 AG mit dem Verlegeschiff „Fortuna“ den Abschnitt in Deutschland fertiggestellt. Damit ist die Ostsee-Gaspipeline zu 94 Prozent fertig, doch auf den letzten Kilometern stockt es nach wie vor. Am 15. Januar trat eine Genehmigung der dänischen Schifffahrtsbehörde in Kraft, die die Verlegung zweier Stränge der Pipeline ab der Südspitze der Insel Bornholm bis zur Grenze der dänischen und deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone ermöglicht. Für die Arbeiten wurde ebenso das russische Schiff „Fortuna“ autorisiert. Doch dem Vernehmen nach sind zunächst nur Vorarbeiten geplant. Die Fristen für die Verlegung des letzten Abschnitts in Dänemark bleiben also unklar.
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