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Trotz Lockdown: Festmahl für Söders Minister und Polizei-Chefs

Brezel (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.01.2021
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Cafés und Restaurants haben geschlossen, Feiern und Zusammenkünfte stehen unter Strafe. Das hielt die bayrischen Behörden jedoch nicht davon ab, eine hochrangige Polizei-Mitarbeiterin mit einem opulenten Drei-Gänge-Menü in den Ruhestand zu verabschieden. Auch Söders Innenminister Hermann gehörte zu den Gästen. Journalisten wurden zuvor ausgesperrt.
Es sind Zahlen, die nichts Gutes verheißen: Die Umsätze im deutschen Gastgewerbe sind im vergangenen Jahr durch die Corona-Krise einer ersten Schätzung zufolge um rund 38 Prozent gesunken. Das teilte das statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Drei von vier Gastronomen und Hoteliers bangen einer Umfrage zufolge angesichts der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie um ihre Existenz. Gleichzeitig ist es den Deutschen im weiter anhaltenden Lockdown nicht erlaubt, ein Restaurant zu besuchen und Veranstaltungen abzuhalten. Für ranghohe Politiker scheint das so aber nicht zu gelte

Trotz Lockdown: Festmahl für Söders Minister und Polizei-Chefs

So wurde am 14. Januar die Vizepräsidentin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Eva Schichl, in den Ruhestand verabschiedet. Im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum waren zu diesem Ereignis auch einige Journalisten geladen, die aufgrund der Corona-Verordnung die Räumlichkeiten durch einen Hintereingang betreten und durch einen Notausgang anschließend wieder verlassen mussten.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, 13. Januar, 2021  - SNA, 1920, 18.01.2021
„Grenzkontrollen wären sinnvoll“– Söder
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit war die Veranstaltung dann aber nicht zu Ende. Im einem Kreis von rund zehn Personen, darunter der Bayrische Innenminister Joachim Herrmann und hochrangige Polizeivertreter, wurde danach zum „gemütlichen Teil“ des Treffens übergegangen. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung servierte eine eigens dafür engagierte Catering-Firma den Gästen ein Drei-Gänge-Menü. Mit an der Tafel saßen auch Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer, Polizeipräsident Robert Kopp und der Rosenheimer CSU-Oberbürgermeister Andreas März.

Filmaufnahmen nicht erwünscht …

Laut Medienberichten hätten einige Journalisten versucht, durch die Fenster von draußen Filmaufnahmen von dem Dinner zu machen. Kurzerhand errichteten die Teilnehmer einen Sichtschutz, um ungewollte Blicke zu verhindern. Auf Nachfrage erklärte ein Polizeisprecher, es habe sich um eine „Dienstbesprechung des Innenministeriums“ gehandelt, das Essen sei aufgrund der Mittagszeit angeboten worden.
Rosenheims Oberbürgermeister erläuterte darüber hinaus gegenüber der OVB-Heimatzeitung, jeder Gast habe einen eigenen Tisch gehabt, die Abstände seien eingehalten worden. Gesprächsthema des dienstlichen Essens sei Sicherheit in der Pandemie und die entsprechenden Corona-Schutzverordnungen gewesen. Begleitet laut „Bild“ von Suppe, Kalb und Bayrisch Creme. Gegen die Corona-Regeln verstößt das „Dienst-Essen“ offiziell nicht. Jedoch hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erst kürzlich betont, die Zeit der „Schlupfloch-Suche“ sei vorbei. Bei der CSU scheint dieser Apell in den eigenen Reihen noch nicht vollends angekommen zu sein.
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