An Kapitol-Sturm beteiligte Gruppen bekamen 522.000 Dollar in Bitcoin von Spender aus Frankreich

© SNA / Stringer / Zur BilddatenbankAnhänger von Donald Trump beim Protest in Washington am 6. Januar
Anhänger von Donald Trump beim Protest in Washington am 6. Januar - SNA, 1920, 15.01.2021
US-amerikanische Gruppen und Aktivisten, die am Sturm des US-Kapitols teilnahmen, sollen laut der Datenanalysefirma Chainalysis einen Monat vor den Geschehnissen Spenden in Bitcoin erhalten haben, insgesamt im Wert von mehr als 500.000 US-Dollar.
Die Überweisung sei am 8. Dezember erfolgt, schreibt das Kryptowährungs-Analyseunternehmen auf seinem Blog am Donnerstag. Ein Spender in Frankreich schickte demzufolge 28,15 BTC – was damals ungefähr 522.000 Dollar entsprochen habe – an 22 unterschiedliche Konten in einer einzigen Transaktion.
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Einige dieser Konten gehören laut Chainalysis rechtsextremen Aktivisten und Internetpersönlichkeiten. Mit Abstand die größte Summe – 13,5 BTC oder ungefähr 250.000 im Moment der Überweisung – habe Nick Fuentes erhalten. Der Blogger hatte früher einen YouTube-Kanal, der im vorigen Jahr wegen Hassrede gesperrt worden war, und beteiligte sich am Protest in Washington am 6. Januar.
Unter weiteren Empfängern nannte die Firma die migrationsfeindliche Organisation VDARE und den rechtsextremen Streamer Ethan Ralph. Die Besitzer anderer Konten seien noch nicht festgestellt worden.
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Nach Chainalysis-Angaben handelt es sich bei dem Spender um einen französischen Programmierer. Das Unternehmen will einen Blog ausfindig gemacht haben, der offenbar dem Geber gehört habe. Der letzte Eintrag vom 9. Dezember 2020 sei eine Selbstmord-Notiz.
Darin erklärt der Blogger, dass er den Suizid wegen Gesundheitsstörungen begehe und sein Vermögen „für bestimmte Ziele und bestimmten Menschen“ hinterlasse. Viele im Posting vorgetragene Ideen bezeichnete das Unternehmen als „rechtsextreme Diskussionspunkte“, etwa dass die „westliche Zivilisation zur Neige“ gehe oder dass der Afroamerikaner George Floyd an Drogenüberdosis und nicht an brutalen Handlungen der Polizei bei der Festnahme im Mai gestorben sei.
„All das sind übliche rechtsextreme Ansichten, und sie lassen die Motivation des Spenders für die Kryptowährungs-Überweisung an so viele rechtsextreme Persönlichkeiten erahnen.“

Chaos am Kapitol

Am 6. Januar erstürmten Anhänger des scheidenden Präsidenten Donald Trump das US-Parlamentsgebäude Kapitol, als dort der Prozess der formellen Bestätigung von Joe Biden als gewählter Präsident lief. Die Protestler griffen die Bereitschaftspolizei mit Rohren und chemischen Reizstoffen an.
Fünf Menschen – darunter ein Polizist – starben im Zusammenhang mit den Ausschreitungen. Dutzende Protestler wurden nach den Tumulten verhaftet, darunter auch Menschen, die während der Demo Sturmgewehre und Munition bei sich hatten.
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Trump wird beschuldigt, die Unruhen angestiftet zu haben. Der Staatschef forderte die Protestler einerseits auf, sich friedlich zu verhalten und nach Hause zu gehen, nannte sie aber gleichzeitig Patrioten und sprach von Wahlbetrug. Später löschte er die ermutigenden Botschaften, verurteilte die Gewalt am Kapitol und versprach eine geordnete Machtübergabe an Joe Biden. Sozialnetzwerke Twitch, Twitter, Facebook, YouTube und Instagram sperrten Trumps Konten für verschiedene Zeiträume.
Obwohl die Vereidigung Bidens schon am 20. Januar stattfindet, forderten mehrere US-Politiker Trumps Amtsenthebung in den verbliebenen Tagen. Das US-Repräsentantenhaus stimmte am Mittwoch für die Eröffnung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump. Über eine tatsächliche Amtsenthebung muss nun der Senat entscheiden.
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