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Schlag gegen Sportbetrug: Erfurter Doping-Arzt bekommt knapp fünf Jahre Haft

© AFP 2021 / PETER KNEFFELProzess gegen den Erfurter Doping-Arzt Mark S. (Archivbild)
Prozess gegen den Erfurter Doping-Arzt Mark S. (Archivbild) - SNA, 1920, 15.01.2021
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In Deutschlands größtem Anti-Doping-Prozess seit Einführung des Anti-Doping-Gesetzes 2015 sind am Freitag am Landgericht München II die Urteile ergangen. Der Hauptangeklagte Mark S. wurde zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt.
Es ist der größte Anti-Doping-Prozess in Deutschland. Der Erfurter Arzt Mark S. soll über Jahre hinweg ein Netzwerk betrieben und Blutdoping an zahlreichen Sportlern aus dem In- und Ausland vorgenommen haben. In der ursprünglichen Anklage war von knapp 150 Einzeltaten die Rede. In dem als „Operation Aderlass“ bekannt gewordenen Dopingskandal sind alle fünf Angeklagten geständig. Für den Kopf des Doping-Netzwerks Mark S. hatte Oberstaatsanwalt Kai Gräber eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren gefordert, die Verteidigung hoffte auf maximal drei Jahre. Im Lauf der 23-tägigen Beweisaufnahme hatte Mark S. unter anderem geäußert, er wolle sich nach Absitzen seiner Gefängnisstrafe in den Anti-Doping-Kampf einbringen und seine Insiderkenntnisse zur Verfügung stellen. Am Freitag verhängte das Gericht eine Haftstrafe von knapp fünf Jahren für den Erfurter Doping-Arzt.
Für seinen wichtigsten Helfer wurde eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren gefordert, das Gericht machte daraus zwei Jahre und vier Monate. Die weiteren Komplizen bekamen Geld- oder Bewährungsstrafen.
Gegen die Urteile können Rechtsmittel eingelegt werden.
RUSADA - SNA, 1920, 18.12.2020
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Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), Alfons Hörmann, sieht den Prozess gegen Mark S. und seine Komplizen als Bestätigung für die Effektivität des Anti-Doping-Gesetzes. „Staatliche Ermittler können einfach besser, klarer und kompromissloser vorgehen. Keinem von uns Sportfunktionären wäre es jemals möglich, in die Wohnung oder das Hotelzimmer eines Athleten vorzudringen und jemanden auf frischer Tat zu ertappen, wie er gerade den Blutbeutel austauscht.“ ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt merkte allerdings an, der Prozess um Mark S. sei ein singulärer Fall. „Die Mauer des Schweigens ist nach wie vor hoch, die strafrechtliche Aufklärung von Doping im Spitzensport erfolgt eher selten.“
Zu den 23 Sportlern aus acht europäischen Ländern, die Klienten von Mark S. gewesen sein sollen, gehört auch der österreichische Ex-Radprofi Stefan Denifl. Dieser ist vom Innsbrucker Landgericht wegen „schweren Sportbetrugs“ zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden, wovon 16 Monate zur Bewährung ausgesetzt sind.
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