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Warum dauert die Zulassung von Sputnik V in der EU so lange?

© SNA / HandoutExportversion des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V in Argentinien
Exportversion des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V in Argentinien - SNA, 1920, 14.01.2021
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Bereits im August 2020 wurde Sputnik V als erster Corona-Impfstoff der Welt in Russland zugelassen. Im Oktober wurden dort die ersten Freiwilligen geimpft, seit Dezember haben die systematischen Impfungen der Bevölkerung begonnen. Warum wird Sputnik V nicht in der EU zugelassen?
Im Gegensatz zu den westlichen Impfstoffen scheint man sich beim russischen Kandidaten mit der Zulassung viel Zeit zu lassen in der EU. Während der Corona-Impfstoff der deutschen Firma Biontech, auch auf Druck der Politik, noch im Dezember und das Vakzin des US-Herstellers Moderna Anfang Januar zugelassen wurden, muss das staatliche Gamaleja-Institut für Epidemiologie in Moskau weiter auf die Überprüfung seines Vakzins in der EU warten.

Zulassung von Sputnik V in der EU bereits im Oktober beantragt

Dabei haben die Russen bereits Ende Oktober 2020 einen Antrag auf Zulassung von Sputnik V bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) gestellt. Darüber hinaus hat die Russische Föderation am 22. Dezember eine Notfallzulassung von Sputnik V für die EU beantragt, teilte Kirill Dmitrijew mit, der Leiter des Russian Direct Investment Fund (RDIF), der die Entwicklung des ersten russischen Vakzins gegen Covid-19 finanziert hat.

Überprüfung von Sputnik V startet nächste Woche

Erst jetzt regt sich die EMA und hat angekündigt, die Phase der wissenschaftlichen Überprüfung (scientific review) des russischen Impfstoffs am 19. Januar zu beginnen. Dies ist die erste Stufe einer möglichen Zulassung von Sputnik V für die EU.
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Einen Ausschlag für die Reaktion der EMA hat möglicherweise auch gegeben, dass inzwischen selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel Interesse an dem russischen Impfstoff gezeigt und mit Präsident Putin über eine mögliche Produktion in Deutschland gesprochen hat. Auch die britischen Impfstoffentwickler von Astra-Zeneca, die gegen Ende des Monats mit einer Zulassung ihres Impfstoffs in der EU rechnen, wollen gern mit den Russen zusammenarbeiten, um möglicherweise beide Impfstoffe zu kombinieren, um die Wirkung zu erhöhen.
Ein Vertreter der EU-Kommission sagte der Nachrichtenagentur „Ria Novosti“ dagegen am Dienstag, dass sich die Kontakte mit Russland in Bezug auf den Impfstoff Sputnik V „erst in einem frühen Stadium“ befinden.

Bild von Sputnik V im Westen wandelt sich

Nach der Zulassung von Sputnik V in Russland im August haben westliche Medien vorwiegend negativ oder skeptisch über den Impfstoff berichtet, ohne sich auf wissenschaftliche Quellen zu berufen. Nachdem sich das Vakzin in Russland und anderen Ländern bewährt hat, wird nun jedoch zunehmend positiv und interessiert berichtet.
Kirill Dmitrijew sagte der russischen Zeitung „Kommersant“:
„In der ganzen Welt, außer einer Reihe westlicher Länder, ist die Einstellung zum russischen Impfstoff gut und die russische Medizin als eine der führenden in der Welt anerkannt.“
Dies bestätigt eine Umfrage von „YouGov“ in den elf größten Entwicklungsländern, in denen zusammen ein Drittel der Weltbevölkerung lebt. Dort vertrauen mehr als 80 Prozent der Befragten dem russischen Impfstoff und sind der russischen Medizin gegenüber positiv eingestellt.
Der serbische Innenminister Aleksandar Vulin lief sich vor laufender Kamera impfen und erklärte: „Ich wollte wirklich einen russischen Impfstoff, weil ich an die russische Medizin glaube“. Er habe sich damit „einen kleinen Wunsch erfüllt“.

Sputnik V auf Platz Vier bei Vorbestellungen

Sputnik V ist inzwischen in Serbien, Belarus, Kasachstan, Bolivien, Argentinien, Guinea, Brasilien, Venezuela, Algerien und Palästina offiziell zugelassen und im Einsatz. Weltweit sind bereits 1,5 Millionen Menschen mit Sputnik V geimpft worden. In mehreren Dutzend Ländern sind Zulassungen beantragt. Mehr als 50 Länder haben bereits „Sputnik V“-Dosen in Russland bestellt. Laut der Agentur „Bloomberg“ ist Sputnik V damit der am vierthäufigsten vorbestellte Impfstoff weltweit.
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