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Satiriker Semsrott verlässt „Die Partei“ – „Partei“-Chef bedauert „rassistischen“ Witz

© AFP 2021 / DPA / DANIEL KARMANNSatiriker Nico Semsrott (Archivbild)
Satiriker Nico Semsrott (Archivbild) - SNA, 1920, 14.01.2021
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Mit einem auf Twitter verbreiteten Bild hat der EU-Abgeordnete und Bundesvorsitzende von „Die Partei“, Martin Sonneborn, Ärger auf sich gezogen. Zahlreiche Internet-Nutzer und Politiker kritisierten das Foto als rassistisch. Nachdem der EU-Abgeordnete Nico Semsrott seinen Austritt aus der „Partei“ erklärt hatte, reagierte Sonneborn.
Der Europaabgeordnete Martin Sonneborn hat einen als rassistisch kritisierten Witz bedauert. Es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass sich jemand durch den Aufdruck eines satirisch gemeinten T-Shirts rassistisch diskriminiert fühlen könnte, erklärte der Chef der Satirepartei „Die Partei“ auf Facebook und Twitter. Ein Schriftzug auf dem T-Shirt hatte suggeriert, Asiaten könnten kein R aussprechen.
„Wenn ein Witz aber zu rassistischer Verletzung führt, statt Reflexionsanstöße zu geben oder zumindest ein befreiendes Lachen nach sich zu ziehen, dann ist es ein misslungener Witz. Es tut mir leid, dass Menschen durch die Reproduktion dieser Stereotype verletzt wurden“, so Sonneborn.
Martin Sonneborn
Chef der Satirepartei „Die Partei“
Die Einsicht kam verspätet, so hatte wegen des Streits über dieses T-Shirt und Sonneborns Umgang mit Kritik daran der Europaabgeordnete und Satiriker Nico Semsrott am Mittwoch seinen Austritt aus der „Partei“ angekündigt. Der 34-Jährige schrieb in einer Erklärung: „Ich finde seine Reaktion auf die Kritik falsch und inakzeptabel. Das ging mir in der Vergangenheit schon in anderen Fällen so.“
Marco Bülow, der für „Die Partei“ im Bundestag sitzt, distanzierte sich auf Nachfrage von jeglichem Rassismus: „Ich habe immer eine klare Haltung gezeigt, auch hier – aber das erst intern und die Tage auch öffentlich.“
Sonneborn hatte ein Bild mit dem T-Shirt per Twitter verbreitet, dieses später allerdings gelöscht. Etliche Nutzer gaben an, sich rassistisch beleidigt zu fühlen. Sonneborn, früher Chefredakteur der Satire-Zeitschrift „Titanic“, legte mit einem Tweet nach:
„So, und jetzt bitte schön diskutieren, was Satire darf & soll, die Grenzen bitte nicht vergessen. Merke: Der erste Zugriff („Wah! Rassismus!“) ist oft nicht der beste.“
Martin Sonneborn
Europaabgeordneter und Chef der Satirepartei „Die Partei“
In seiner Erklärung vom Mittwochabend schrieb Sonneborn: „Die Exegese von Witzen gehört eigentlich nicht zu meiner Berufsbeschreibung.“ Mit dem T-Shirt habe er nach dem Sturm von Anhängern des US-Präsidenten Donald Trump auf das Kapitol die „zunehmend gegenstandsloser werdende weltpolitische Überheblichkeit der USA“ und die „sinophoben Ausfälle und Polemiken ihres Präsidenten“ karikieren wollen. Bei der Gestaltung des Shirts habe er sich einer „sprachlichen Stereotype bedient und ein billiges Klischee aufgenommen“. Die Wirkung habe er unterschätzt.
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