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Nord Stream 2 und „finale Strafmaßnahmen“ der USA: Dänen beugen sich US-Sanktionen

© SNA / Nord Stream 2 / Axel Schmidt / HandoutBau der Gaspipeline Nord Stream 2 (Archivbild)
Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 14.01.2021
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Der Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 ist mit Hindernissen gespickt und schlägt politisch hohe Wellen. Nachdem ob drohender US-Sanktionen jüngst ein norwegischer Zertifizierer das Handtuch warf, beendet nun ein dänischer Dienstleister seine Arbeit an dem Projekt. Zuvor hatte Washington eine „finale Runde von Strafmaßnahmen“ angekündigt.
Die Ingenieur- und Consultingfirma Rambøll beendet ihre Arbeit an Nord Stream 2. Die Entscheidung habe das Beratungsunternehmen aufgrund der Androhung von US-Sanktionen getroffen und werde demzufolge nicht an der letzten Phase der Bauarbeiten an der Ostseepipeline teilnehmen. Das berichtet die dänische Zeitung „Politiken“ in einem Artikel vom Mittwoch. Rambøll hat den Bericht bis jetzt nicht kommentiert.

„Finale Strafmaßnahmen“: Unternehmen unter Druck

Zu Jahresbeginn gab bereits die Zertifizierungsgesellschaft Den Norske Veritas Germanischer Lloyd (DNV GL) aus dem gleichen Grund ihren Rückzug aus dem Projekt bekannt. Der norwegische Zertifizierer hatte offenbar bereits im November 2020 seine Arbeit eingestellt. Kurz zuvor hatte der US-Kongress Sanktionen gegen Nord Stream 2 verabschiedet, die gegen am Pipeline-Bau beteiligte Unternehmen gerichtet sind.
Das US-Außenministerium will offenbar zudem noch in dieser Woche eine Liste mit Unternehmen veröffentlichen, die an der Fertigstellung der Ostseepipeline Nord Stream 2 beteiligt sind. Die Information stamme von anonymen gebliebenen Informanten der Nachrichtenagentur Reuters in der US-Regierung. Das US-Außenministerium habe bereits Kontakt zu den am Bau der Gasleitung mitwirkenden Unternehmen aufgenommen und sie vor den Risiken einer weiteren Arbeit an der Pipeline gewarnt. Es würde eine „finale Runde von Strafmaßnahmen“ gegen das Projekt vorbereitet, so der Bericht: „Wir versuchen, die Unternehmen über das Risiko zu informieren und sie dazu zu drängen (aus dem Projekt – Anm. d. Red.) auszusteigen, bevor es zu spät ist“, so eine namentlich nicht genannte Quelle.

Schützenhilfe aus Meck-Pomm

Schützenhilfe soll der Pipeline nunmehr die „Stiftung Klima- und Umweltschutz MV“ leisten. Der mecklenburgische Landtag hatte in der vergangenen Woche auf Vorschlag der Landesregierung die Gründung einer landeseigenen Stiftung zum Weiterbau der Gasleitung Nord Stream 2 gebilligt.

Nord Stream 2 als europäisches Projekt und Angriff auf Souveränität

Das Projekt Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Strängen einer Gaspipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland. Die Pipeline verläuft in den Territorialgewässern von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland. Der Bau der rund elf Milliarden Euro teuren Gasleitung, zu deren Finanzpartnern die deutschen Konzerne Uniper und BASF sowie OMV aus Österreich gehören, war Ende 2019 kurz vor Fertigstellung unterbrochen worden, nachdem sich europäische Firmen dem Druck der USA gebeugt und Rohrverlegeschiffe aus der Ostsee abgezogen hatten.
Grünen-Chefin Annalena Baerbock (Archivfoto) - SNA, 1920, 13.01.2021
Deutsche Umwelthilfe und Grünen-Chefin Baerbock keilen gegen Nord-Stream-2-Stiftung
Die USA, die verflüssigtes Erdgas auf den europäischen Markt bringen wollen, treten gegen den Bau der Gaspipeline auf und begründen ihren Widerstand gegen das Projekt sowie die angekündigten Sanktionen gegen beteiligte Firmen mit einer zu großen Abhängigkeit ihrer Partner in Europa von russischem Gas. Der künftige US-Präsident Joe Biden lehnt die Pipeline wie sein Vorgänger, der noch amtierende Präsident Donald Trump, ab.
Die Bundesrepublik sowie die EU-Kommission vertreten den Standpunkt, die extraterritoriale Einmischung der USA per Sanktionspolitik sei nicht völkerrechtskonform.
Meistgelesene Kommentare
...lest doch einfach mal den dazu passenden Artikl auf Anti-Spiegel - der erklärt die Dinge genau so, wie sie sind - um was es geht... - und dann erklärt doch mal jemand, warum die "transatlantiker" - und speziell diese "grünen" so vehement gegen Deutschland kämpfen - unbegreiflich..!!...;pp
Vlad Dracula
14 Januar, 13:2716
Schon wieder gute Nachrichten. Ich höre die prorussischen Hetztrolle wie Doppeldreck schon toben.
Baba Johnson
14 Januar, 13:4416
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