„Ich liefere nicht an Juden“ – Frankreich schiebt Lieferdienstfahrer aus Algerien ab

© SNA / Wladimir Fedorenko / Zur BilddatenbankStraßburg
Straßburg - SNA, 1920, 14.01.2021
Frankreich wird den algerischen Lieferdienstfahrer ausweisen, der sich geweigert hatte, jüdische Kunden zu beliefern. Wenige Stunden vorher ist der Algerier zu vier Monaten Haft verurteilt worden.
Via Twitter gab der französische Innenminister Gérald Darmanin bekannt, er habe die Entscheidung getroffen, den „Essens-Lieferanten“ auszuweisen, der jüdische Kunden nicht beliefern wollte. Der Algerier war als Bote beim Online-Lieferdienst Deliveroo beschäftigt. Medienberichten zufolge hatte sich der Algerier am 7. Januar geweigert, Speisen aus zwei koscheren Restaurants in Straßburg an jüdische Kunden zu liefern.
Wettbewerb Miss France 2021  - SNA, 1920, 21.12.2020
21-jährige „Miss France“-Kandidatin antisemitisch beleidigt – Justiz leitet Untersuchung ein
„Oh nein, ich liefere nicht an Juden“, soll der Bote laut den Gastronomen gesagt haben.
Beide Restaurants hatten sowohl den Algerier als auch die Firma Deliveroo angezeigt. Auch das Israelitische Konsistorium im Niederrhein hatte sich eingeschaltet:
„Das Jüdische Konsistorium des Niederrheins hält es für unerträglich, dass die für Deliveroo arbeitenden Zusteller es wagen, offen antisemitische Diskriminierung zu praktizieren“, wird der Präsident des Konsistoriums, Maurice Dahan, von den Medien zitiert.
Später äußerte sich Deliveroo zu diesem Vorfall, indem die Firma eine eigene interne Untersuchung durchzuführen versprach und dabei beteuerte, dass sie solch eine Situation ernst nehme.
Am Donnerstag wurde der Bote im Rahmen eines Eilverfahrens zu vier Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала