Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Linke: „20 Prozent Altersarme sind viel zu viel“ – Sozialminister Heil sieht Rente gut aufgestellt

© AFP 2020 / TOBIAS SCHWARZHubertus Heil (Archivbild)
Hubertus Heil (Archivbild) - SNA, 1920, 14.01.2021
Abonnieren
Bundessozialminister Hubertus Heil sieht die Alterssicherung in Deutschland gut aufgestellt. Die älteren Menschen in Deutschland lebten ganz überwiegend in gesicherten Verhältnissen, sagte er im Bundestag bei der Debatte zum Rentenversicherungsbericht 2020. Deutliche Kritik kam von der Opposition.
Dem Bericht zufolge hatten Altersrentner im Juli 2019 durchschnittlich 952 Euro Rente im Monat. Trotz mancher Diskussionen und auch Diffamierung sei die Alterssicherung mit der tragenden Säule der gesetzlichen Rentenversicherung gut aufgestellt, sagte Bundessozialminister Hubertus Heil am Donnerstag bei einer Bundestagsdebatte. „Die älteren Menschen in Deutschland leben ganz überwiegend in gesicherten finanziellen Verhältnissen“, so Heil. Die zum 1. Januar in Kraft getretene Grundrente nannte er einen „sozialpolitischen Meilenstein“.
Kritisch äußerte sich die Opposition. Die Linke bezeichnete die Renten in Deutschland als viel zu niedrig. Ein würdevolles Leben im Alter sei damit nicht möglich. Der rentenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Matthias W. Birkwald, bemängelte zudem, dass jeder fünfte Rentnerhaushalt unterhalb der Armutsschwelle lebe. „20 Prozent Arme sind viel zu viel, und daran muss sich dringend etwas ändern.“ Das sei ein Skandal, empörte sich Birkwald. Für Alleinlebende liegt die Armutsgefährdungsschwelle dem Statistischen Bundesamt zufolge bei einem Nettoeinkommen von 1074 Euro pro Monat – in einem Zweipersonenhaushalt bei 1611 Euro pro Monat.
Auch die AfD sprach von einem „dramatisch ansteigenden“ Teil von Rentnern, deren Bezüge nicht mehr zum Leben reichten. Die Rentenexpertin der AfD-Fraktion, Ulrike Schielke-Ziesing, verwies auf eine Studie der „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (OECD), die Deutschlands Rentensystem zum schlechtesten aller Industriestaaten gekürt habe, so die AfD-Politikerin. Nirgendwo sonst in den Industriestaaten seien die Sozialbeiträge so hoch und das Rentenniveau so niedrig wie in der Bundesrepublik. „Nirgendwo dürfen die Menschen dafür auch noch so lange arbeiten“, monierte Schielke-Ziesing.
Die Grünen kritisierten die Finanzierung. Die große Koalition habe die guten Jahre verschenkt, um die Rentenversicherung auf die Zukunft vorzubereiten und sie stattdessen mit Mütterrente und Rente mit 63 mit neuen Ausgaben belastet.
Auch der FDP-Rentenpolitiker Johannes Vogel fragte, wie die große Koalition ihre Rentenpolitik langfristig finanzieren wolle. Er sprach von einer „katastrophalen Bilanz“ für die jüngere Generation, die das bezahlen müsse.
Meistgelesene Kommentare
Keine Sorge, die Zahl armer Alter wird sehr bald sehr schnell abnehmen. Die Impfung schützt nämlich auch vor Altersarmut.
Ildelisa Pujol
14 Januar, 15:487
...wenn es nicht so bitter-ernst wäre - könnte man über deinen Kommentar ein wenig schmunzeln...
Vlad Dracula
14 Januar, 16:036
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала