Wegen Nord Stream 2: US-Außenministerium warnt europäische Unternehmen vor Risiko von Sanktionen

© SNA / Sergey GuneevNord Stream 2 (Archivbild)
Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 13.01.2021
Das amerikanische Außenministerium soll im Januar europäische Unternehmen, die aus Washingtons Sicht Russland beim Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 helfen, über das Risiko neuer Sanktionen informiert haben. Dies meldet am Mittwoch Reuters unter Berufung auf Quellen.
„Wir versuchen, die Unternehmen über das Risiko zu informieren und sie dazu zu drängen (aus dem Projekt – Anm. d. Red.) auszusteigen, bevor es zu spät ist“, so eine namentlich nicht genannte Quelle.
Die alte schwedische Bastion Kungshall in der baltischen Stadt Karlskrona (Archivbild) - SNA, 1920, 11.01.2021
Zeitung fürchtet Gaskrieg vor Schwedens Küste wegen Nord Stream 2
Am Donnerstag oder Freitag will das US-Außenministerium demnach einen Bericht publikmachen, in dem alle Unternehmen aufgelistet werden, die an dem Projekt beteiligt sind. Das seien unter anderem Versicherungsunternehmen von Nord Stream 2 sowie die, die die Ausstattung verifizieren, und jene Strukturen, die unmittelbar mit dem Bau befasst sind.
In dem Bericht soll unter anderem die schweizerische Zurich Insurance Group erwähnt werden. Den europäischen Unternehmen könnten demnach US-Restriktionen gemäß der gültigen Gesetzgebung drohen, falls sie die Arbeit nicht einstellen.

Nord Stream 2

Das Projekt Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Strängen einer Gaspipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland.
Russischer Rohrverleger „Akademik Cherskiy“ im deutschen Hafen Mukran auf der Insel Rügen - SNA, 1920, 11.01.2021
Rohrlegeschiff „Akademik Chersky“ verlässt Nord-Stream-2-Baugebiet
Die Pipeline verläuft in den Territorialgewässern von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland und kostet rund zehn Milliarden Euro. Zu den Finanzpartnern gehören die deutschen Konzerne Uniper und BASF sowie OMV aus Österreich.
Die USA, die verflüssigtes Erdgas auf den europäischen Markt bringen wollen, treten gegen den Bau der Gaspipeline auf. Washington hatte im Dezember 2019 Sanktionen gegen das Nord-Stream-2-Projekt verhängt und von den Partnerunternehmen einen unverzüglichen Arbeitsstopp gefordert. Das schweizerische Unternehmen Allseas stellte daraufhin die Arbeit ein. US-Politiker erwägen derzeit eine Erweiterung der Restriktionen.
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