Nawalny kehrt am Sonntag nach Russland zurück

© SNA / Walery Melnikow / Zur BilddatenbankRussischer oppositioneller Blogger Alexej Nawalny (Archivbild)
Russischer oppositioneller Blogger Alexej Nawalny (Archivbild) - SNA, 1920, 13.01.2021
Der oppositionelle Blogger und Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat nach mehreren Monaten in Deutschland seine Rückkehr nach Russland angekündigt
„Es stand niemals die Frage 'zurückkehren oder nicht', einfach, weil ich nie abgereist bin. Ich fand mich in Deutschland wieder, weil ich in einer Wiederbelebungskiste dorthin gebracht wurde”, schrieb Nawalny auf Twitter.
Er präzisierte, dass er am Sonntag, dem 17. Januar, mit einem Flug der Fluglinie „Pobeda” zurückkehren werde.

Auf Instagram schrieb er: „Russland ist mein Land, Moskau ist meine Stadt, und ich vermisse sie.”

Nawalny hielt sich seit August in Deutschland auf, nachdem er mit einem MedEvac-Flugzeug aus Russland ausgeflogen und in die Berliner Charité-Klinik gebracht worden war.

Fall Nawalny

Alexei Nawalny war am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Er wurde zunächst in einem Omsker Krankenhaus behandelt und dort in ein künstliches Koma versetzt. Der 44-Jährige wurde später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt. Anfang September wurde Nawalny aus dem Koma geholt und bereits am 23. September aus der Charité entlassen.
Die Bundesregierung sprach bereits am 2. September von einer Vergiftung Nawalnys mit einem Nervenkampfstoff der „Nowitschok“-Reihe, nachdem Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr die Belege dafür geliefert hätten. Laut dem Omsker Krankenhaus wurden in Nawalnys Blut und Urin kein Gift oder Spuren davon entdeckt, als vorläufige Diagnose wurde eine Stoffwechselstörung angegeben, die ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben soll.
Alexej Nawalny (Archivfoto) - SNA, 1920, 29.12.2020
Druck auf Nawalny in Russland wächst: Betrugsverfahren eingeleitet
Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) teilte im Oktober mit, dass in den Blut- und Urinproben des russischen Bloggers und Kreml-Kritikers Alexej Nawalny Giftspuren festgestellt worden seien, welche auf einen der Nowitschok-Gruppe ähnlichen Nervenkampfstoff schließen ließen. Dieser soll jedoch nicht in der Chemiewaffenkonvention gelistet sein. Die Untersuchung beruhte demnach auf eigenen Analysen der OPCW und soll mit den Befunden der Spezial-Labore in Deutschland, Frankreich sowie in Schweden übereingestimmt haben.
Russland hat wiederholt betont, dass Deutschland bei seinen Anschuldigungen keine Beweise vorgelegt hat.
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