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Impfkommission STIKO aktualisiert ihre Covid-Impfempfehlung

© AFP 2020 / CHRISTOF STACHECOVID-19-Impfungen
COVID-19-Impfungen  - SNA, 1920, 13.01.2021
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Die STIKO, die Impfkommission Deutschlands, hat Ihre Empfehlungen zur Covid-19-Impfung aktualisiert. Viele Fragen, die für Unsicherheit in der Bevölkerung sorgen, werden klar beantwortet. Einige unsichere Punkte konnten aber selbst die Experten bisher nicht ausräumen.
Die Ständige Impfkommission, eine derzeit 18-köpfige Expertengruppe, die beim Robert Koch-Institut in Berlin angesiedelt ist, hat eine Aktualisierung ihrer Covid-19-Impfempfehlung und die dazugehörige wissenschaftliche Begründung veröffentlicht. Am Mittwoch wurde diese um wichtige Fragen und Antworten ergänzt.

(Fast) uneingeschränkte Empfehlung

Gleich zu Beginn ihrer Veröffentlichung positioniert sich die STIKO eindeutig mit einem kurzen klaren Satz:

„Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen COVID-19.“

Weiter heißt es in dem Positionspapier der Kommission:
„Für die Impfung soll einer der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe verwendet werden. Eine begonnene Impfserie soll mit demselben Produkt abgeschlossen werden. Die beiden mRNA-Impfstoffe (Comirnaty von BioNTech/Pfizer, COVID-19-Impfstoff von Moderna) werden hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit als gleichwertig beurteilt.“
Bisher sind zwei Impfstoffe gegen Covid-19 in der EU zugelassen: der von der deutschen Firma BioNTech entwickelte Wirkstoff BNT162b und der Impfstoff mRNA-1273 des US-Herstellers Moderna. Für eine vollständige Impfserie sind bei beiden Impfstoffen zwei intramuskulär zu verabreichende Impfstoffdosen in einem Mindestabstand von 21 (BNT162b) beziehungsweise 28 (mRNA-1273) Tagen notwendig. Die STIKO empfiehlt „nach aktuellem Kenntnisstand“ eine begonnene Impfserie mit dem gleichen Produkt, also demselben Impfstoff, abzuschließen.
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Impfen, auch wenn man Covid schon durch hat?

Zu der bisher nicht eindeutig geklärten Frage, ob auch Menschen, die die Krankheit bereits hatten, geimpft werden sollten, schreibt die Kommission:
„Zur Frage, wann Personen mit nachgewiesenermaßen durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion eine Impfung angeboten werden sollte, kann die STIKO auf Basis der aktuell vorliegenden Evidenz noch keine endgültige Aussage machen. Nach überwiegender ExpertInnenmeinung sollten Personen, die eine labordiagnostisch gesicherte Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben, zunächst nicht geimpft werden.“
Die STIKO stuft jedoch wiederum eine Impfung trotz vorheriger Erkrankung an Covid-19 als nicht gefährlich ein:
„Nach den bisher vorliegenden Daten gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Impfung nach bereits unbemerkt durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion eine Gefährdung darstellt.“
Es ist auch, laut Impfkommission, nicht notwendig, vor der Impfung auf Covid zu testen:
„Entsprechend besteht keine Notwendigkeit, vor Verabreichung einer COVID-19-Impfung das Vorliegen einer akuten asymptomatischen oder unerkannt durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch auszuschließen.“
Sollte sich jedoch jemand zwischen erster und zweiter Impfung mit SARS-CoV-2 infizieren, empfiehlt die Kommission lieber zu warten:
„Wird nach Verabreichung der 1. Impfstoffdosis eine SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch gesichert (positive PCR), soll die 2. Impfstoffdosis vorerst nicht gegeben werden.“
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Impfstrategie der STIKO

Die Impfkommission hatte bereits vor Wochen gemeinsam mit der Akademie Leopoldina und dem Deutschen Ethikrat eine „Impfstrategie“, das heißt eine Priorisierung von Personengruppen für die Impfung vorgeschlagen. Diese wird von der STIKO in ihrer aktualisierten Empfehlung noch einmal bekräftigt:
„Aufgrund begrenzter Impfstoffverfügbarkeit soll die Impfung zunächst nur Personengruppen angeboten werden, die ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe einer COVID-19-Erkrankung haben oder die beruflich entweder besonders exponiert sind oder engen Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben.“
Die Personengruppen werden im Weiteren von der STIKO in ihrer Impfempfehlung ausführlich im Detail aufgeführt und beschrieben. Die Kommission unterstreicht:
Der alles entscheidende Risikofaktor für eine schwere COVID-19-Erkrankung ist das zunehmende Alter >60 Jahre

Weiter keine Impfempfehlung für Schwangere, aber für Allergiker

Die STIKO hält es zwar für unwahrscheinlich, dass eine Impfung für Schwangere ein Risiko für den Säugling darstellt, empfiehlt aber deren Impfung nach wie vor nicht:
„Zur Anwendung der mRNA-Impfstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen aktuell keine Daten vor. Die STIKO empfiehlt die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht.“
Auch wenn die Kommission dies in ihrem Positionspapier nicht explizit erwähnt, wird die Impfung von Kindern unter 16 Jahren ebenfalls nicht empfohlen.
Trotz einzelner schwerwiegender allergischer Unverträglichkeitsreaktionen bei der Verabreichung des Moderna-Impfstoffes rät die STIKO Personen mit vorbekannten allergischen Erkrankungen nicht generell von einer Impfung mit mRNA-Impfstoffen an.
Überhaupt schätzt die STIKO die Gefahr von schwerwiegenden Nebenwirkungen zumindest bei den beiden bisher in der EU zugelassenen Impfstoffen als gering ein, wenngleich sie anmerkt:
„Wie bei anderen neuen Impfstoffen auch, können durch Zulassungsstudien selten auftretende Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden.“

Noch immer kein Nachweis über Schutz vor Ansteckung

Während der Schutz vor einer schweren Erkrankung an Covid-19 durch die neuen Impfstoffe erwiesen ist, ist bisher nicht bekannt, ob diese auch vor Ansteckung mit SARS-CoV-2 schützen, wie die STIKO erneut bestätigt:

„Die bisher vorliegenden Daten erlauben nicht, die Wirksamkeit der COVID-19-mRNA-Impfstoffe hinsichtlich einer Verhinderung oder Reduktion der Transmission abschließend zu bewerten. Bis zum Vorliegen von Daten zum Schutz der Impfung vor Transmission müssen deshalb auch nach Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen weiterhin eingehalten werden.“

Masketragen ist damit also wohl auch nach der Impfung vorerst nicht vorbei.
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