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Forscher mahnen zu Vorsicht bei Corona-Schnelltests

© AFP 2020 / THOMAS KIENZLEDas medizinische Personal führt am 10. Dezember 2020 im Krankenhaus Robert Bosch in Stuttgart, Süddeutschland, einen SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltest durch
Das medizinische Personal führt am 10. Dezember 2020 im Krankenhaus Robert Bosch in Stuttgart, Süddeutschland, einen SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltest durch - SNA, 1920, 13.01.2021
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Laut den jüngsten Studien erweisen sich die vielfach eingesetzten Antigen-Schnelltests als häufig unzuverlässig. Dies geht aus einem Positionspapier des Nationalen Forschungsnetzwerks der Universitätsmedizin zu Covid-19 hervor.
Demnach ist die Empfindlichkeit der Antigen-Schnelltests zum Teil erheblich geringer als von den Herstellern angegeben. Die deutschen Wissenschaftler wiesen auch darauf hin, dass die Antigen-Schnelltests im Unterschied zu den PCR-Tests den Erreger nicht anhand seines Erbguts, sondern anhand bestimmter Virusproteine nachweisen.
Die Qualität solcher Verfahren wurde an zwei Münchner Unikliniken an insgesamt 859 Abstrichen geprüft.
„Nach unseren Untersuchungen werden nur sechs von zehn Sars-CoV-2-Infektionen erkannt. Andererseits erhalten auch zwei von hundert nicht-infizierten Personen ein falsch-positives Ergebnis“, sagte Oliver Keppler, Chef der Virologie am Max-Pettenkofer-Institut der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität.
Laut Keppler könnten die Schnelltests zumeist „hochinfektiöse Menschen mit hohen Viruslasten“ erkennen.
„Es ist jedoch nicht so, dass eine Infektion durch das negative Ergebnis eines Schnelltests zuverlässig ausgeschlossen werden könnte. Bei weitem nicht. Ein negativer Antigen-Schnelltest ist kein Freifahrtschein. Viele Menschen denken bei einem negativen Ergebnis: 'Naja, dann muss ich ja nicht mehr so konsequent auf Abstand achten oder die lästige Maske tragen'. Wenn die Vorsicht in Hochrisikobereichen wie Alten- und Pflegeheimen nachlässt, halten wir das, wie in unserem Positionspapier dargestellt, für wirklich kritisch“, betonte der Mediziner.
Allerdings komme es laut Keppler nicht nur auf die Zuverlässigkeit der Schnelltests, sondern auch auf eine korrekte Durchführung eines Tests an.
„Das sollte in Händen geschulten Fachpersonals sein. Nun gibt es die Idee, große Zahlen von Arbeitssuchenden zu rekrutieren, um solche Tests in Alten- und Pflegeheimen durchzuführen. Wenn ungeschultes Personal zum Einsatz kommt, habe ich Sorge, dass die Zuverlässigkeit der Testergebnisse noch weiter leiden wird“, sagte Keppler.
Den Wissenschaftlern zufolge schließt ein negatives Ergebnis eines Schnelltests die Einhaltung der Hygieneregeln nicht aus.
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