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Amri-Attentat in Berlin: Mecklenburg-Vorpommerns Landesverfassungsschutz-Chef in Rente geschickt

© AP Photo / Markus SchreiberPolizeipatrouille auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin, 18. Dezember 2017
Polizeipatrouille auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin, 18. Dezember 2017 - SNA, 1920, 13.01.2021
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Der Landesverfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommerns soll brisante Hinweise eines V-Manns auf mögliche Helfer des Berliner Attentäters Anis Amri nicht weitergeleitet haben. Nun hat der Innenminister Torsten Renz (CDU) erste personelle Konsequenzen gezogen und den Chef der Behörde, Reinhard Müller, in den einstweiligen Ruhestand versetzt.
Müller hatte eingeräumt, dass eine V-Mann-Aussage zum möglichen Umfeld des islamistischen Terroristen Anfang 2017 nicht sofort an zuständige Ermittler in Berlin und im Bund weitergereicht worden waren. Die Angaben seien seinerzeit als nicht glaubwürdig eingestuft worden, hieß es zur Begründung.

Weihnachtsmarkt-Terroranschlag in Berlin

Amri hatte am 19. Dezember 2016 in Berlin einen Lastwagenfahrer erschossen und war dann mit dessen Fahrzeug über den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast, wo er elf Menschen tötete. Frühere Mitarbeiter des Verfassungsschutzes in Mecklenburg-Vorpommern hatten im Amri-Untersuchungsausschuss des Bundestags ausgesagt, Vorgesetzte hätten Hinweise eines Informanten auf mögliche Helfer Amris aus dem Berliner Clan-Milieu nicht an die ermittelnden Polizisten weitergeben wollen.
Der Informant hatte angeblich im Februar 2017 in Berlin mitgehört, dass Amri bei der Vorbereitung des Anschlags und seiner anschließenden Flucht Unterstützung von einer Berliner Familie mit arabischen Wurzeln erhalten haben soll. Generalbundesanwalt Peter Frank sagte, er hätte es für richtig gehalten, wenn das Bundeskriminalamt und seine Behörde damals sofort informiert worden wären. Erst 2019 war die Information dort angekommen, weil sich ein V-Mann-Führer selbst an die Bundesbehörden gewandt hatte. Das Agieren des MV-Verfassungsschutzes war im Bundestag und auch im Landtag in Schwerin auf scharfe Kritik gestoßen.
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