„Willkommen beim Brexit“: Grenzbeamte der Niederlande nehmen britischen LKW-Fahrern Sandwiches weg

© AFP 2022 / ROBIN UTRECHTInfopoint für LKW-Fahrer in Rotterdam, Dezember 2020
Infopoint für LKW-Fahrer in Rotterdam, Dezember 2020 - SNA, 1920, 12.01.2021
Grenzschutzbeamte in den Niederlanden haben Schinkensandwiches und andere Lebensmittel von britischen LKW-Fahrern beschlagnahmt. Ein von dem niederländischen Fernsehsender NPO 1 aufgenommene Video des Vorfalls kursiert nun im Netz.
Der Grund für die Beschlagnahme seien neue Grenzkontrollen nach dem Ende der Brexit-Übergangszeit zwischen Großbritannien und der Europäischen Union. Sie sind ab dem 1. Januar in Kraft getreten.
„Nein, alles wird beschlagnahmt. Willkommen beim Brexit, Sir", sagt einer der Beamten im Video auf die Frage des Fahrers, ob er zumindest Brot behalten dürfe.
„Seit dem Brexit dürfen Sie bestimmte Lebensmittel wie Fleisch, Obst, Gemüse, Fisch usw. nicht mehr nach Europa bringen“, sagte ein weiterer Grenzschutzbeamter gegenüber den Fahrern.
Die strenge Haltung des Grenzbeamten zu den neu auferlegten Regeln wurde von dem führenden Brexiteer und Abgeordneten der konservativen Tories Andrew Bridgen als „erbärmliche Spitzfindigkeit“ bezeichnet. „Die ganze Geschichte riecht buchstäblich nach einem Sandwich kurz vor einem Picknick", sagte Andrew Bridgen gegenüber dem Portal MailOnline. „Wie die Niederländer wie alle anderen in der EU wissen, haben wir die höchsten Lebensmittelstandards in Europa“.
In den Leitlinien der britischen Regierung gibt es Informationen für LKW-Fahrer über „zusätzliche Einfuhrbeschränkungen”.
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Demnach können sie POAO (Produkte tierischen Ursprungs) wie Fleisch oder Milchprodukte (z. B. ein Schinken-Käse-Sandwich) nicht in die EU bringen.
„Es gibt Ausnahmen von dieser Regel für bestimmte Mengen pulverisierter Säuglingsmilch, Säuglingsnahrung, Spezialnahrung oder speziell verarbeitetes Tierfutter.”
Auf der Webseite der Europäischen Kommission heißt es , dass das Verbot erforderlich sei, um die europäische Tiergesundheit vor gefährlichen Krankheitserregern wie Maul- und Klauenseuche und klassischer Schweinepest zu schützen.
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