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USA: Erste Hinrichtung einer Frau seit fast 70 Jahren wegen ihres psychischen Zustandes aufgeschoben

© REUTERS / Handout .Die in den USA zum Tode verurteilte Mörderin Lisa Montgomery
Die in den USA zum Tode verurteilte Mörderin Lisa Montgomery - SNA, 1920, 12.01.2021
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Mit Lisa Montgomery sollte am Dienstag erstmals seit 1953 eine Frau in den USA hingerichtet werden. Nun hat ein Gericht die Vollstreckung des Todesurteils wegen ihres schlechten psychischen Zustandes ausgesetzt.
Die wegen eines grausamen Mordes an einer Schwangeren zum Tod verurteilte Lisa Montgomery werde nicht wie vorgesehen am Dienstag hingerichtet, erklärte ein Gericht im Bundesstaat Indiana am Montag (Ortszeit). Richter James Hanlon begründete den Aufschub mit dem schlechten psychischen Zustand der in Indiana inhaftierten 52-Jährigen.
Er räumte ihr und ihren Anwälten noch eine Anhörung zu ihrem Geisteszustand vor der Urteilsvollstreckung ein.
„Der achte Zusatzartikel zur Verfassung verbietet die Hinrichtung von Menschen wie Frau Montgomery, die wegen psychischer Erkrankungen oder Hirnschäden nicht in der Lage sind, den Grund für ihre Hinrichtung zu verstehen", sagte Montgomerys Verteidigerin Kelley Henry dem Sender CNN.
Auch das Gericht erklärte nun, dass sich die mit einem geschädigten Gehirn geborene Montgomery derzeit „mental weit von der Realität entfernth“ befindet.
Lisa Montgomery soll am 12. Januar durch eine Giftspritze sterben. Ihr Leben erinnerte aber laut ihrer Anwältin an einen Horrorfilm.
Lisa wurde als Kind von ihrer Mutter schwer misshandelt, später von ihrem Stiefvater brutal missbraucht. Er stellte dafür sogar extra einen Bauwagen hinter dem Haus auf, damit niemand das Kind schreien hörte, während er sich an ihr verging. Auch Lisas Mutter verkaufte den Körper ihrer Tochter und ließ andere Männer das Mädchen missbrauchen. Die Beziehung mit ihrem ersten Mann als auch die zweite Ehe sind erneut von Gewalt und sexuellen Übergriffen geprägt.
Das alles hinterließ Spuren bei der 52-Jährigen: Hirnschäden, Angstzustände, Psychosen, Persönlichkeitsstörungen – ohne Medikamente komme die Inhaftierte nicht über den Tag.
US-Gefängnis (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.12.2020
US-Bundesbehörden lassen bis zum Ende von Trumps Amtszeit erneut Häftling hinrichten

Mord an Schwangerer

Montgomery hatte 2004 eine Hochschwangere erwürgt und ihr dann das Baby aus dem Bauch geschnitten. Im Jahr 2007 wurde sie zum Tod verurteilt.
Der Vollzug des Todesurteils wäre die erste Hinrichtung einer Frau durch die US-Bundesjustiz seit dem Jahr 1953. Der am Mittwoch kommender Woche aus dem Amt scheidende Trump ist ein Befürworter der Todesstrafe.
Diane Mattingly, die Schwester der zum Tod Verurteilten, kämpft mit Anwälten und Menschenrechtlern dafür, dass das Urteil gegen Lisa Montgomery in eine lebenslange Haftstrafe ohne Recht auf Bewährung umgewandelt wird. Sie bat sogar bei Präsident Donald Trump um Begnadigung. Er könnte das Urteil gegen die 52-Jährige noch aufheben.
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