Zwei „Unwörter des Jahres“ gekürt

© AFP 2022 / THOMAS KIENZLEAushang auf dem Fenster einer Corona-Aufklärungsstelle in Nürtingen, Süddeutschland
Aushang auf dem Fenster einer Corona-Aufklärungsstelle in Nürtingen, Süddeutschland - SNA, 1920, 12.01.2021
Die Jury der sprachkritischen Aktion in Darmstadt hat für das Jahr 2020 ein Unwörter-Paar gekürt. Das geht aus einer entsprechenden Pressemitteilung hervor.
Die Unwörter des Jahres sind demnach „Corona-Diktatur“ und „Rückführungspatenschaften“.
„Mit dieser Doppelwahl will die Jury zudem erneut verdeutlichen, dass die „Unwort-Wahl“ keineswegs als Zensurversuch zu verstehen ist, wie ihr gelegentlich unterstellt wurde, sondern als Anlass zur Diskussion über den öffentlichen Sprachgebrauch und seine Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben“, heißt es im Schreiben.
In der Pressemitteilung wird erläutert, dass mit „Rückführungspatenschaften“ im September 2020 von der EU-Kommission ein neuer Mechanismus der Migrationspolitik bezeichnet wurde. Der Begriff sei „zynisch und beschönigend“, so die Jury.
Das von der „Querdenker“-Bewegung und rechtsextremen Propagandisten gebrauchte Wort „Corona-Diktatur“ solle die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie diskreditieren. Die Jury meint:
„Zudem verharmlost der Ausdruck tatsächliche Diktaturen und verhöhnt die Menschen, die sich dort gegen die Diktatoren wenden und dafür Haft und Folter bis hin zum Tod in Kauf nehmen oder fliehen müssen.“
Die Jury erreichten im Jahre 2020 insgesamt 1826 Einsendungen. Darunter waren 625 unterschiedliche Ausdrücke, von denen gut 70 den Kriterien eines Unworts entsprachen.
Das Unwort des Jahres 2019 heißt „Klimahysterie“. Seit 1991 wird das Unwort des Jahres gekürt.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала