Enten füttern verboten! Wie auch Wasservögel unter der Pandemie leiden

CC0 / Capri23auto / Pixabay / Ente (Symbolbild)
Ente (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.01.2021
Immer mehr Spaziergänger zieht es in Parks und damit auch früher unbesuchte Teiche. Da Ausflüge in die Natur noch erlaubt sind, waren sie besonders über die Festtage beliebt. Was vielen Familien eine Freude bereitet, könnte jedoch die Natur gefährden: Schweizer Experten schätzen, dass vor allem Wasservögel unter den Corona-Spaziergängern leiden.
Gerade in Zeiten der Festtage kamen in der Schweiz viele Familien zusammen. Durch die Corona-Maßnahmen blieb jedoch das öffentliche Leben der Schweizer Bevölkerung stark eingeschränkt. Da viele Läden und Freizeiteinrichtungen geschlossen haben, stellte oft der Spaziergang in der Natur eine gute Alternative als Familienaktivität dar. Konkret habe man das beispielsweise am Hallwilersee in Luzern gesehen, wo die vielen Parkplätze rund um das Gewässer belegt gewesen seien, schreibt das „Schweizer Radio und Fernsehen“ (SRF).
Verschärfung der Maßnahmen 18.12.

Am 18. Dezember beschloss der Bundesrat, dass vom 22. Dezember bis zum 22. Januar 2021 die neuen Maßnahmen gelten sollen. Demnach müssen Restaurants schließen – ausgenommen von dieser Regelung sind nur Betriebs- und Schulkantinen und Restaurants in Hotels. Auch Sportbetriebe dürfen nicht öffnen. Man darf mit fünf Personen draußen weiterhin Sport machen und Profisport darf ebenfalls ohne Zuschauer stattfinden. Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Kinos, Theater, Museen, Bibliotheken und Zoos müssen ebenfalls ihren Betrieb einstellen.

Läden dürfen dagegen weiterhin offenbleiben. Zwar ist die Anzahl der Kunden in den Geschäften eingeschränkt, und die Geschäfte müssen strenge Schutzkonzepte befolgen, doch offen bleiben sie über die Feiertage. Außerdem gilt für die Läden und Geschäfte eine Sperrstunde von 19 bis 6 Uhr morgens. An Sonn- und Feiertagen bleiben die Geschäfte ebenfalls zu.

ExpandierenMinimieren
Doch die Natur kann Schäden von den Besuchern davontragen. Viele Menschen an sich seien dabei nicht das Problem für Tiere wie Enten oder Schwäne. Allerdings sei die ungenehmigte Fütterung dieser Vögel etwas, was großen Schaden anrichte. Ranger oder Gebietsbetreuer, welche sich für das Natur- und Tierwohl rund um den Hallwilersee einsetzen, sahen vermehrt, dass Menschen Schwäne mit altem Brot fütterten. Um dagegen vorzugehen, hingen die Schweizer Ranger Plakate auf, in denen sie über die gefährlichen Folgen der menschlichen Nahrung für Tiere aufklärten.

Salz, Schimmel und Infektionen

Auch der Fachbereichsleiter bei der Aargauer Abteilung für Jagd und Fischerei, Erwin Osterwalder, bestätigt gegenüber dem SRF: „Unsere Winter im Mittelland sind nicht außergewöhnlich streng. Die Tiere kommen problemlos durch den Winter. Zudem werden die Tiere oft mit Brot gefüttert. Das Salz darin tut den Tieren jedoch nicht gut.“
Erwin Osterwalder
Fachbereichsleiter bei der Aargauer Abteilung für Jagd und Fischerei,
Ebenfalls zum Problem kommt es, wenn das Brot im See verschimmelt. Wenn es anschließend von einem Tier gefressen wird, quillt es im Magen an und der Vogel erkranke. So steht es auf den Plakaten der Ranger, berichtet das SRF.
Enten (Symbolbild) - SNA, 1920, 08.01.2021
Wegen Vogelgrippe: Mehr als 200.000 Enten in Frankreich gekeult
Eine weitere Gefahr sei das Verbreiten von Vogelkrankheiten, erklärt Osterwalder. Infektionen unter den Vögeln finden schneller statt, wenn sich eine große Schar von Tieren an einem konzentrierten Punkt versammele, wenn sie um Brot kämpfen. „So können sich auch Krankheiten rascher unter den Vögeln verbreiten“, so Osterwalder. Die Wildtierschützer fordern somit auf, das Füttern der Tiere gänzlich zu belassen – betrachten solle und könne man die schönen Wasservögel dennoch.
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