Zeitung fürchtet Gaskrieg vor Schwedens Küste wegen Nord Stream 2

CC BY 2.5 / Bengt A Lundberg / Riksantikvarieämbetet / Die alte schwedische Bastion Kungshall in der baltischen Stadt Karlskrona (Archivbild)
Die alte schwedische Bastion Kungshall in der baltischen Stadt Karlskrona (Archivbild) - SNA, 1920, 11.01.2021
Die Auseinandersetzungen um die Gaspipeline Nord Stream 2 könnten nach Joe Bidens Amtsantritt eskalieren, schreibt die schwedische Zeitung „Svenska Dagbladet“. Das Blatt fürchtet einen „Gaskrieg“ vor der Küste Schwedens.
Eine Wendung zum Guten im Verhältnis Washingtons zum Pipelineprojekt Nord Stream 2 wird es nach dem Amtsantritt Joe Bidens wahrscheinlich nicht geben, schlimmer noch:
„Joe Biden ist, sofern überhaupt möglich, ein noch größerer Gegner der Gaspipeline als Donald Trump“, so die schwedische Tageszeitung.
Schon als Vizepräsident in der Regierung Barack Obamas behauptete Biden, Europa werde durch Nord Stream 2 „noch abhängiger“ vom russischen Erdgas. Eine bessere Alternative dazu sei das Flüssiggas aus den USA.
Der russische Rohrverleger Fortuna in der Ostsee (Archivbild) - SNA, 1920, 24.12.2020
Schlussetappe durchziehen: Nord Stream 2 auf der Zielgeraden
Für Schweden jedoch ist der Bau von Nord Stream 2 laut „Svenska Dagbladet“ längst keine Frage mehr, denn die Regierung in Stockholm hat die Verlegung der Pipelinerohre in schwedischen Gewässern noch im Juni 2018 genehmigt. Nur auf EU-Ebene werde über die Ostsee-Pipeline noch gestritten, zumal vor dem Hintergrund der Sanktionen, die die Vereinigten Staaten immerzu androhten. Allerdings erfährt das Pipelineprojekt, darauf weist die schwedische Zeitung auch hin, starke Unterstützung von deutscher Seite.

Nord Stream 2

Die Gaspipeline Nord Stream 2 soll jährlich 55 Kubikmeter Erdgas von der russischen bis zur deutschen Ostseeküste transportieren. Die USA – ein Großanbieter von Flüssiggas – samt einigen Verbündeten innerhalb Europas sind strikt gegen dieses europäisch-russische Projekt. So hat Washington bereits Sanktionen gegen Nord Stream 2 verhängt, obwohl europäische Energiefirmen bereits hunderte Millionen Euro in den Bau der Gasleitung investiert hatten.
Der Betreiber des Pipelineprojekts, die Nord Stream 2 AG, hat im vergangenen Dezember unter Einsatz des Spezialschiffs „Fortuna“ einen der beiden zu dem Zeitpunkt noch ausstehenden Bauabschnitte im deutschen Territorialgewässer fertiggestellt. Dasselbe Schiff ist auch für die Fertigstellung des letzten Bauabschnitts im dänischen Gewässer vorgesehen.
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