Prag: Judensterne bei Impfgegner-Protest lösen heftige Empörung aus

© AFP 2022 / MICHAL CIZEKKundgebung von Corona-Impfgegnern in Prag
Kundgebung von Corona-Impfgegnern in Prag  - SNA, 1920, 11.01.2021
Bei einer Kundgebung von Corona-Impfgegnern in Prag haben mehrere Teilnehmer gelbe Jugendsterne an ihrer Kleidung getragen und damit für scharfe Kritik gesorgt.
Die Föderation jüdischer Gemeinden in Tschechien verurteile die „exemplarische Relativierung des Holocausts“ und „Missbrauch eines Symbols, das für Tod und Leiden von Millionen Menschen steht“, heißt es in einer Mitteilung der jüdischen Gemeinde, die auf ihrer offiziellen Webseite veröffentlicht wurde.
Am vorigen Freitag hatten mehrere Demonstranten auf dem Prager Wenzelsplatz einen Judenstern mit der Aufschrift „Ungeimpft“ getragen. Der Kritik daran schlossen sich auch Politiker an.
„Jeder freie Bürger hat das Recht zum Protest - diese Form ist aber geschmacklos und zutiefst beleidigend“, schrieb der Vorsitzende der liberalen Oppositionspartei ODS, Petr Fiala, bei Twitter.
Während der nationalsozialistischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg mussten auch im heutigen Tschechien die Juden einen Judenstern tragen. Mehr als 80.000 Juden aus Böhmen und Mähren wurden Historikern zufolge in deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet.
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