Familienministerin sieht Zeit für Lockerungen noch nicht gekommen

© REUTERS / Michael KappelerFranziska Giffey (Archiv)
Franziska Giffey (Archiv) - SNA, 1920, 11.01.2021
Deutschland ist laut Bundesfamilienministerin Franziska Giffey „in der schwersten Pandemielage seit Beginn der Ausbreitung des Virus”. Es sei nicht die Zeit für Lockerungen, sagt Giffey der „Rheinischen Post” mit Blick auf den Lockdown.
Vor allem Familien seien zum wiederholten Male ganz besonders gefordert. Giffey plädiert für die Wiederauflage eines klaren Stufenplans zur Rückkehr in den Regelbetrieb an Schulen, teilt die Agentur Reuters am Montag mit.
„Eltern wünschen sich bei allen Maßnahmen, die wir jetzt treffen, ein möglichst bundesweit einheitliches und verlässliches Vorgehen”, sagte die SPD-Politikerin. „Auch ich halte das für sinnvoll und setze mich für einen gemeinsamen Rahmen ein, wie es in den Ländern nach den harten Einschränkungen perspektivisch weitergehen kann.”
„Bei allem richtigen Bemühen um Bildungsgerechtigkeit und Vereinbarkeit ist im Moment nicht die Zeit für Lockerungen”, sagte Giffey weiter.
„Im vergangenen Jahr haben wir mit dem von Bund und Ländern erarbeiteten Stufenplan zur Rückkehr in den Regelbetrieb gute Erfahrungen gemacht. Dieses abgestimmte gemeinsame Vorgehen hat Klarheit und Perspektive gegeben. So etwas wäre auch für dieses Jahr wieder angezeigt”, zitiert die Deutsche Presse-Agentur Giffey.
Der Deutsche Kinderschutzbund übte unterdessen scharfe Kritik an den Maßnahmen der Länder in Sachen Schulen. „Es ist mir ein Rätsel, warum die Länder den Sommer nicht genutzt haben, klare und verbindliche Regelungen für Präsenzbetrieb, Wechselunterricht und Fernunterricht zu entwickeln und die Schulen entsprechend auszustatten”, sagte Präsident Heinz Hilgers der „Rheinischen Post”. Das sei ein Versagen, das die Akzeptanz in die notwendigen Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung zu mindern drohe.
Papst Franziskus (Archivfoto) - SNA, 1920, 10.01.2021
„Selbstmörderische Leugnung“: Papst Franziskus ruft zur Corona-Impfung auf

Spahn wirbt um Verständnis für schärfere Kontaktbeschränkungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wirbt um Verständnis für die strengeren Kontaktbeschränkungen.
„Ich weiß, dass sind jetzt nochmal besondere Schwierigkeiten, Härten für viele, auch soziale Härten, aber das ist im Moment auch der Bereich, wo sich dieses Virus vor allem noch überträgt”, sagt Spahn im ZDF.
Mit Blick auf den schleppenden Beginn der Impfkampagne verweist er darauf, dass heute die Lieferung des zweiten Impfstoffes nach Deutschland erfolge. Bis Dienstag werde das Vakzin des US-Biotechunternehmens Moderna an die Bundesländer gehen. „Und die können dann beginnen, auch mit diesem Impfstoff zu impfen.” Eine Wahlmöglichkeit zwischen dem Vakzin von Moderna und Biontech werde es nicht geben. Dafür sei die Menge zu gering. Bis Ende dieses Quartals rechne er mit knapp zwei Millionen Dosen von Moderna, im Laufe des Jahres mit 50 Millionen.

Aktuelle Infektionszahlen in Deutschland

In Deutschland wurden insgesamt 1.921.024 Coronavirus-Infektionen (Stand: 11.01.2021, 00:00 Uhr) bestätigt, das ist ein Plus von 12 497 zum Vortag. Die tägliche Zahl der Todesfälle mit oder wegen des Coronavirus beziffert das das Robert-Koch-Institut (RKI) auf 343, womit es nun insgesamt 40.686 sind. Genesen sind laut Internetseite des RKI rund 1.545.500 Menschen, rund 20.200 mehr als am Vortag. Aktuell gibt es in Deutschland 334.800 Menschen, die aktiv an Covid-19 erkrankt sind, 8100 weniger als am Vortag.
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