„Es reicht jetzt, wir müssen leben“: Boris Palmer fordert Lockdown-Ende in Deutschland

CC BY-SA 4.0 / Reinhard Kraasch / Wikimedia Commons (cropped)Boris Palmer in Tübingen, 2019 (Archivfoto)
Boris Palmer in Tübingen, 2019 (Archivfoto) - SNA, 1920, 11.01.2021
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat sich für ein Ende der strikten Corona-Maßnahmen ausgesprochen. Nach Ansicht des Grünen-Politikers wirken sich die Einschränkungen viel zu negativ auf Wirtschaft und Gesellschaft aus.
„Es reicht jetzt, wir müssen leben“, sagte er am Sonntagabend in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“. Anfang Februar müsse kontrolliert wieder geöffnet werden. Laut Palmers steigen die Schäden an Wirtschaft und Gesellschaft exponentiell.
„Der Innenstadthandel ist schon auf der Intensivstation, der fällt bald ins Koma. Die Insolvenzen werden anrollen. Ich meine, wir halten das nicht durch“, sagte Palmer. Es sei der falsche Weg, die Zahl der Neuinfektionen zuerst auf unter 50 pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zu drücken. Unter diesen Umständen werde der Lockdown noch mehrere Monate dauern.
Er verwies ferner auf die wachsende Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung. Die Menschen würden weiterhin mitmachen, so Palmer. „Aber es steigt halt auch die Spannung und die Menschen werden zunehmend genervt.“
Tübingen hatte mit seiner Anti-Corona-Strategie, dem sogenannten Tübinger Weg, bundesweit viel Lob erhalten. Schon Anfang September waren etwa regelmäßige Corona-Tests für das Personal in Alten- und Pflegeheimen eingeführt worden. Damit sollte das Eindringen des Virus in die Einrichtungen verhindert werden. Zuletzt gab es aber auch Rückschläge – so wurden Mitte Dezember Infektionen in drei Pflegeheimen registriert.
Handy (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.01.2021
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