Vorerst keine Wahlmöglichkeit beim Impfstoff – Spahn

© REUTERS / FABRIZIO BENSCHImpfkampagne in Deutschland (27.12.2020)
Impfkampagne in Deutschland (27.12.2020) - SNA, 1920, 10.01.2021
In absehbarer Zeit werden sich die Deutschen den Impfstoff nicht aussuchen können, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erläutert. Eine solche Auswahl zu treffen, sei aufgrund der derzeit noch herrschenden Knappheit „im Moment und auch absehbar” nicht möglich.
„Das ist jetzt der Knappheit zu Beginn geschuldet”, zitiert die Agentur Reuters Spahn.
Zu Berichten über überschüssigen, bereits aus der Kühlung genommenen Impfstoff an einzelnen Standorten sagte der Minister, an der festgelegten Priorisierung bestimmter Gruppen müsse unbedingt festgehalten werden. Dennoch müsse im konkreten Fall auch pragmatisch entschieden werden - beispielsweise könnten dann Mitglieder des Impfteams das Vakzin erhalten, teilte die dpa mit. „Im Zweifel ist alles besser als etwas wegwerfen”, sagte Spahn in einer Online-Diskussionsrunde im Bundesgesundheitsministerium am Samstag.
Bislang sind in der EU der Impfstoff von Biontech und Pfizer sowie der von Moderna zugelassen. In Kürze könnte zudem der Hersteller Astrazeneca die EU-Zulassung seines Impfstoffs beantragen.
Russischer Impfstoff (Symbolbild)  - SNA, 1920, 09.01.2021
NYT-Journalist lässt sich mit „Sputnik V“ impfen und erklärt seine Entscheidung

Bislang mehr als 500.000 Menschen in Deutschland geimpft

In Deutschland sind nach Angaben von Spahn bislang mehr als 500.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. „Es klappt Zug um Zug immer besser”, so Spahn. RKI-Chef Lothar Wieler ergänzt, trotzdem müssten die Kontaktbeschränkungen weiter konsequent befolgt werden.

Tempo des Impfens wird zunehmen – Merkel

Angesichts des langsam angelaufenen Impfens gegen das Corona-Virus hat Kanzlerin Angela Merkel versichert, dass das Tempo nun zunehmen werde. „Wir werden in Deutschland genügend Impfstoff für alle verfügbar haben”, sagte Merkel in ihrem Podcast. Man werde Monat für Monat mehr Menschen und „schließlich jedem, der das möchte, ein Impfangebot machen können - und ich hoffe, möglichst viele werden es dann auch annehmen.” Es sei völlig richtig gewesen, den Impfstoff europäisch zu beschaffen. „Kein Land, auch Deutschland nicht, wäre sicher vor dem Virus, wenn seine Freunde und Nachbarn es nicht wären”, betont die Kanzlerin.
Die neue Impfstation in Berlin - SNA, 1920, 27.12.2020
Impfstart in Deutschland: Alles, was man wissen muss

Wer wird zuerst geimpft?

Aktuell werden vor allem Hochbetagte sowie Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinisches Personal mit besonders hohem Risiko geimpft. In der zweiten Gruppe kommen unter anderem Menschen im Alter zwischen 75 und 79 Jahren an die Reihe. Wer etwa in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnt oder engen Kontakt mit einer Schwangeren hat, zählt zu Gruppe Drei. Laut der am Freitag aktualisierten Empfehlung der Impfkommission gehören Lehrkräfte und Erzieherinnen zur Gruppe mit Priorität Vier, Beschäftigte im Einzelhandel und Menschen im Alter zwischen 60 und 64 Jahren zählen zu Gruppe Fünf.

Aktuelle Infektionszahlen

In Deutschland steigt die Zahl der bestätigten Infektionen binnen Tagesfrist um 16.946 auf 1.908.527 Millionen, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht (Stand: 10.01.2021, 00:00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle legt demnach um 465 auf 40.343 zu. Genesen sind laut Internetseite des RKI rund 1.525.300 Menschen, rund 13.400 mehr als am Vortag. Aktuell gibt es in Deutschland 343.000 Menschen, die aktiv an Covid-19 erkrankt sind, 3000 mehr als am Vortag.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала