Erdogan sieht Zukunft der Türkei in Europa – und will Migrationsabkommen erneuern

© SNA / Pamil SitdikovDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Archivfoto)
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Archivfoto)  - SNA, 1920, 10.01.2021
Der türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat bei einer Videokonferenz mit der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen deutlich gemacht, dass sein Land seine Zukunft als Teil der EU sieht. Dies geht aus einer Mitteilung der Administration des türkischen Staatschefs hervor.
„Das wichtigste Instrument, das in der ersten Phase für eine positive Agenda in den Beziehungen zwischen der Türkei und der EU genutzt werden kann, ist die Erneuerung des Migrationsabkommens, und das Jahr 2021 bietet ein neues und effektives Umfeld für die Zusammenarbeit im Bereich Migration“, heißt es in der Mitteilung, die am Samstag veröffentlicht wurde.
Die Türkei wolle in diesem Jahr ein neues Kapitel in den Beziehungen zur EU aufschlagen, habe Erdogan beim Treffen mit der EU-Kommissionschefin betont. Das vergangene Jahr sei jedoch von Launen einiger EU-Mitglieder und künstlichen Problemen geprägt gewesen, die sie in den Beziehungen zu Ankara geschaffen hätten.
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„Erdogan hob hervor, dass die Zollunion mit der EU erneuert, visafreies Reisen für türkische Bürger gewährleistet, Schritte in den EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei unternommen, das gegenseitige Vertrauen wiederhergestellt und diskriminierende Handlungen und Rhetorik gegenüber der Türkei gestoppt werden müssten“, heißt es in der Mitteilung weiter.
Darüber hinaus wäre es nützlich, die regelmäßigen Türkei-EU-Gipfel wieder aufzunehmen.

EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei

Die Türkei hatte 1963 ein Assoziierungsabkommen mit dem Vorgänger der EU, der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) unterzeichnet, und beantragte 1987 die Mitgliedschaft in der Organisation. Die Beitrittsgespräche begannen jedoch erst 2005 und wurden wegen Meinungsverschiedenheiten immer wieder eingestellt. Zurzeit sind 16 von insgesamt 35 Kapiteln des Verhandlungsdossiers eröffnet.
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