Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Erzbistum Köln droht Pfarrer nach Kritik an Kardinal Woelki

© AFP 2020 / INA FASSBENDERDer Kölner Dom
Der Kölner Dom - SNA, 1920, 09.01.2021
Abonnieren
Das Erzbistum Köln hat einem Pfarrer nach Kritik an Kardinal Rainer Maria Woelki mit Konsequenzen gedroht. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur.
Pfarrer Klaus Koltermann aus Dormagen hatte dem Erzbischof von Köln und Kardinal der katholischen Kirche Rainer Maria Woelki vorgeworfen, jede „Glaubwürdigkeit verspielt" zu haben. Woelki wird seit Monaten auch von anderen katholischen Bischöfen massiv kritisiert, weil er ein von ihm selbst in Auftrag gegebenes Missbrauchsgutachten zurückhält. Dafür führt er rechtliche Bedenken an.
Nach seiner Kritik erhielt Koltermann einen zweiseitigen Brief vom Generalvikariat des Erzbistums, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin schreibt Personalchef Mike Kolb: „Ich weise Dich darauf hin, dass Deine im Zeitungsartikel beschriebenen Äußerungen sowie entsprechende öffentliche Stellungnahmen - soweit zutreffend - möglicherweise schwerwiegende Verstöße gegen Deine Dienstpflichten als leitender Pfarrer darstellen (...) Diese Äußerungen können Maßnahmen nach sich ziehen.“ Kolb deutet die Aussagen des Pfarrers als „öffentliches Eintreten gegen die Katholische Kirche, das Erzbistum Köln oder dessen Amtsträger“ und das sei nicht mit den „Loyalitätspflichten im Seelsorgedienst" vereinbar. Solche Äußerungen könnten deshalb „Maßnahmen nach sich ziehen“, heißt es in dem Schreiben des Personalchefs des Erzbistums.

Pfarrer weist Anschuldigungen zurück

Der beschuldigte Pfarrer soll die Anschuldigung, er habe sich gegen die Katholische Kirche gewandt und ihr geschadet, zurückgewiesen haben. Am Samstag hatte die Zeitung „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, Koltermann führte in seiner Antwort an Kolb aus, der Beweggrund für seine Kritik sei die „Unruhe treuester Katholiken“ hinsichtlich des Auftretens von Woelki in der Missbrauchskrise. Sein Gewissen habe ihn dazu gebracht, in dieser zentralen Frage Position zu beziehen. „Bekanntlich lehrt unsere Kirche, dass jede und jeder unbedingt seinem Gewissen zu folgen hat“, so Koltermann.
Kardinal Rainer Maria Woelki - SNA, 1920, 22.12.2020
Es fehlt jede Glaubwürdigkeit: Historiker ruft katholische Kirche zu radikalen Reformen auf
Die Reformbewegung „Wir sind Kirche“ solidarisierte sich mit dem Dormagener Pfarrer. „Wir sind Kirche“-Sprecher Christian Weisner verwies darauf, dass auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx das Verhalten Woelkis als „verheerend“ bezeichnet hatte. Es könne nicht sein, dass Koltermann wegen seiner Kritik an Woelki vorgeworfen werde, gegen die katholische Kirche zu agieren. „Kritik an der Leitung wird in autoritären und diktatorischen Staaten mit Kritik am System gleichgesetzt und strafrechtlich verfolgt“, so Weisner. Die Kölner Kirchenführung wolle „mit Gewalt jeden Widerspruch niederwalzen“.

Vorwurf der Vertuschung

Kardinal Rainer Maria Woelki sieht sich derzeit massiver Kritik ausgesetzt, da er ein Gutachten zum Umgang der Bistumsleitung mit Missbrauchsfällen nicht wie zunächst vorgesehen veröffentlichen lässt. Das Papier weise methodische Mängel auf. Das Erzbistum hat eine neue Untersuchung bei einem Strafrechtler in Auftrag gegeben.
Woelki wird außerdem vorgeworfen, selbst an einer Vertuschung beteiligt gewesen zu sein. Er soll einen Missbrauchsfall aus den 1970er Jahren vertuscht haben. Der Kardinal soll im Jahr 2015 von dem Missbrauchsfall erfahren, ihn aber nicht wie vorgeschrieben dem Vatikan gemeldet haben.
Inzwischen hat Rainer Maria Woelki Papst Franziskus gebeten, zu prüfen, ob er eine Pflichtverletzung nach Kirchenrecht begangen hat.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала