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Impfstoff schon für 80 Prozent der EU-Bürger gesichert: Von der Leyen lässt „Sputnik V“ links liegen

© REUTERS / Francisco Seco/PoolDie Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen gibt eine Erklärung zum Ergebnis der Brexit-Verhandlungen ab (24.12.2020, Brüssel, Belgien)
Die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen gibt eine Erklärung zum Ergebnis der Brexit-Verhandlungen ab (24.12.2020, Brüssel, Belgien) - SNA, 1920, 08.01.2021
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Alleine durch die Verträge mit BioNTech/Pfizer und Moderna hat die EU-Kommission laut der Präsidentin Ursula von der Leyen Impfstoff für über 80 Prozent der Europäer gesichert. Dies erklärte von der Leyen auf der Pressekonferenz am Freitag. Auch ging sie auf die Perspektiven des russischen Impfstoffs „Sputnik V“ in der EU ein.
Am heutigen Freitag wurde bekannt, dass die EU-Kommission weitere 300 Millionen Dosen Covid-19-Impfstoff bei BioNTech/Pfizer bestellt und den ursprünglichen Vertragsumfang quasi verdoppelt hat. Die ersten 75 Millionen Dosen des neulich vereinbarten Umfangs werden bereits im zweiten Jahresquartal geliefert.

„Das ist ein geprüfter Impfstoff, also ist der gesamte Zulassungsprozess abgeschlossen. Die Mitgliedstaaten wissen, wie sie damit umgehen sollen, und dies bringt Sicherheit für die Planung und schafft zusätzliche Impulse für die Impfungen in ganz Europa und in der Nachbarschaft“, sagte von der Leyen auf der Pressekonferenz.

Nach der kürzlichen bedingten Marktzulassung des Moderna-Impfstoffs habe Brüssel mit den bereits zwei zugelassenen Mitteln eine Menge von Dosen gesichert, die man zur Impfung von 380 Millionen Europäern benötige.
„Und das sind mehr als 80 Prozent der europäischen Bevölkerung.“
Und es bleibe dabei, dass Europa mehr als genügend Impfstoff in einem verlässlichen Zeitraum haben werde, brachte die CDU-Politikerin nahe. Sie merkte ebenfalls an, dass die EU ohnehin ein breites Impfstoff-Portfolio habe. Insgesamt sechs Verträge seien bereits vereinbart worden, darunter mit AstraZeneca, Johnson und Johnson, CureVac und Sanofi.
Sputnik V (Archivfoto) - SNA, 1920, 07.01.2021
Berlin nennt Bedingung für Herstellung russischen Impfstoffs in EU
„Insgesamt ist es ein Volumen von 2,3 Milliarden Impfstoffdosen. Das können sie nicht übersetzen in die Impfungen an sich. Das zeigt, dass wir mehr als genug Impfstoff haben werden, und das ist Europa. Dass wir nicht nur an uns denken, sondern auch an unsere Nachbarschaften“, so die EU-Kommissionschefin.
Um so große Mengen Impfstoff zu sichern, habe man rechtzeitig in den Ausbau der Produktionskapazitäten investiert.

Das sagt von der Leyen zu „Sputnik V“

Anschließend beantwortete von der Leyen auch eine Frage zum russischen Impfstoff „Sputnik V“. Bundeskanzlerin Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin hatten ja zuvor in einem Telefonat die gemeinsame Impfstoffproduktion besprochen. Doch für den russischen Impfstoff sieht von der Leyen kaum Zukunft in der EU.
„Wir sind uns alle einig, und es ist rechtlich bindend, dass es keine parallelen Verhandlungen und Verträge geben wird. Der Rahmen, in dem wir arbeiten, ist ein Rahmen von 27, zusammen verhandeln wir und gemeinsam bringen wir den Impfprozess voran“, ließ sie wissen.
Mit dem bereits vorhandenen Portfolio von sechs Impfstoffen habe man außerdem schon mehr als genug Impfstoff, um die gesamte europäische Bevölkerung zu impfen. Nicht zuletzt müssten alle ausländischen Impfstoffe erstmal einen Zulassungsprozess bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) durchlaufen.

So will die EU der ganzen Welt mit Impfstoff helfen

Dass einzelne EU-Länder beim Corona-Impfstoff nicht mehr auf die nationale Beschaffung setzen dürfen, wurde erst in diesem Sommer auf Initiative der EU-Kommission erzielt. Die Leute von Ursula von der Leyen schließen dafür im Namen aller 27 Mitgliedstaaten Vorverträge mit Impfstoff-Herstellern. Außerdem beteiligt sich die EU-Kommission mit einem Haftungsvertrag im Wert von 400 Millionen Euro an der sogenannten Covax-Initiative. Genau diese internationale Initiative soll Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen Zugang zu dem Impfstoff ermöglichen, sobald dieser verfügbar ist. Die Rede ist quasi von einem „Impfstoff für alle, die ihn brauchen“, überall auf der Welt – ein Ziel, das Brüssel offiziell verfolgt.
Ins Leben gerufen wurde Covax Ende April auf einer Veranstaltung unter Teilnahme des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der Bill & Melinda Gates-Stiftung. Mit den Mitgliedern der Covax-Initiative – CEPI und GAVI – beteiligt sich die Stiftung des US-Unternehmers und Philanthropen Bill Gates quasi dreimal an der Initiative: CEPI, die sogenannte Koalition für Innovationen zur Vorbereitung auf Epidemien, wurde 2016 von der Stiftung, Norwegen, Indien, dem Wellcome Trust und dem World Economic Forum gegründet. Die Impfallianz GAVI ihrerseits verdankt ihre Gründung 2000 der Stiftung, Unicef und der WHO.
Im Moment beabsichtigt die Covax-Initiative, rund zwei Milliarden Impfstoff-Einheiten bis Ende 2021 von verschiedenen Herstellern einzukaufen. Wieviel Geld bereits in die Initiative fließt, bleibt unbekannt. Insgesamt finanziert aber die EU die Impfstoffe mit 2,7 Milliarden Euro durch ein Soforthilfeinstrument. Bei allen globalen Impfstoff-Initiativen soll sich die Zahl laut von der Leyen auf etwa 16 Milliarden Dollar belaufen.
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