Nord Stream 2: Norwegische Zertifizierungsfirma knickt vor US-Sanktionen ein

© SNA / Alexey WitwizkiNord Stream 2, Rügen (Archivfoto)
Nord Stream 2, Rügen (Archivfoto) - SNA, 1920, 07.01.2021
Die Ostsee-Pipeline erlebt ein Auf und Ab. Während erst im Dezember die Verlegearbeiten vor der deutschen Küste abgeschlossen wurden, könnte es nun wieder stocken. Die norwegische Zertifizierungsfirma, die das letzte Teilstück in dänischen Hoheitsgewässern prüfen sollte, ist unter dem Druck der US-Sanktionen aus Nord Stream 2 ausgestiegen.
Die Zertifizierungsgesellschaft DNV GL (Den Norske Veritas Germanischer Lloyd) hat verkündet, ab sofort nicht mehr für das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 tätig zu sein. Die norwegische Firma sehe sich, aufgrund der angedrohten US-Sanktionen gegen am Bau der Pipeline beteiligte Unternehmen, gezwungen, seine Dienstleistungen gegenüber der „Nord Stream 2 AG“ einzustellen. DNV GL werde „alle Zertifizierungsaktivitäten“ einstellen, „solange die Sanktionen gelten“, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit.

Bereits seit November ausgestiegen

DNV GL arbeitet bereits seit Jahren für „Nord Stream 2 AG und hat bisher alle Verlegearbeiten der Rohre von auf dem Grund der Ostsee zertifiziert. Wie nun bekannt wurde, hat die Firma ihre Dienstleistungen an der Pipeline bereits im November eingestellt. Bei den Zertifizierungen werden die technische Anforderungen und Sicherheitsfragen überprüft. Diese sind die Voraussetzung für die Baugenehmigung und die Zulassung.
Das norwegische Unternehmen sollte auch die Zertifizierung für die ab 15. Januar geplanten Arbeiten am letzten Teilstück der Erdgastrasse in dänischen Hoheitsgewässern vornehmen. Bisher ist nicht bekannt, ob die „Nord Stream 2 AG“ so kurzfristig einen neuen Zertifizierer gewinnen und einarbeiten konnte.

Ein Jahr Pause

Im Dezember 2019 hatte das Schweizer Unternehmen Allseas sein Rohr-Verlegeschiff "Audacia" auf Druck der USA von Nord Stream 2 abgezogen. Dies führte dazu, dass die Arbeiten an der Pipeline für fast ein Jahr ruhten. Im Dezember des vergangenen Jahres setzte ein russisches Verlegeschiff die Arbeiten in deutschen Hoheitsgewässern fort. Nun müssen noch vor der zu Dänemark gehörenden Insel Bornholm etwa 150 Kilometer Rohre der insgesamt 1224 Kilometer langen Ostsee-Pipeline zwischen Russland und Deutschland verlegt werden.
Während die Bundesregierung den Bau des russisch-europäischen Zehn-Milliarden-Projekts zur Gasversorgung Europas unterstützt, lehnt die US-Regierung den Bau von Nord Stream 2 entschieden ab.
Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 28.12.2020
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