„Das ist nicht Amerika“ – EU-Politiker schockiert über Kapitol-Stürmung

© REUTERS / JONATHAN ERNSTZerbrochene Fensterscheiben im US-Kongress nach Ausschreitungen
Zerbrochene Fensterscheiben im US-Kongress nach Ausschreitungen - SNA, 1920, 07.01.2021
Fassungslos schaute die Welt dabei zu, als am Mittwoch ein wütender Mob von Trump-Anhängern das Kapitol stürmte. Wie inzwischen bekannt wurde, sind vier Menschen bei den Ausschreitungen ums Leben gekommen. Europäische Politik-Größen reagierten mit Bestürzung und äußerten die Hoffnung auf eine friedliche Machtübergabe.
In der EU zeigte sich die Politik bestürzt über die Ereignisse in Washington. Der US-Kongress sei ein Tempel der Demokratie und es sei ein Schock, derartige Szenen in Washington zu beobachten, twitterte EU-Ratschef Charles Michel und äußerte die Hoffnung, dass eine friedliche Machtübergabe an den gewählten Präsidenten Joe Biden sichergestellt werde.
Peter Beyer, Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, er erwarte von der EU, dass sie das Verhalten von Donald Trump klar verurteilt. „Das ist nicht nur eine nationale Angelegenheit der USA. Das ist eine Sache, bei der es einen internationalen Aufschrei geben muss“, so der CDU-Politiker.
„Im Grunde hat Trump die Demonstranten ermutigt, das Kapitol zu stürmen. Das muss ganz klar verurteilt werden, auch durch die Staaten der EU in einem gemeinsamen Statement.“
Es sei ein „beispielloser Angriff auf die US-Demokratie, ihre Institutionen und den Rechtsstaat“ gewesen, was am Mittwoch am Kapitol passiert ist, twitterte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und betonte: „Das ist nicht Amerika.“ Dieser Ansicht ist offenbar auch der französische Präsident Emmanuel Macron. „Was heute in Washington, DC passiert ist, ist nicht Amerika, definitiv nicht. Wir glauben an die Stärke unserer Demokratien. Wir glauben an die Stärke amerikanischer Demokratie“, so Macron in seiner Ansprache. Frankreich stelle sich mit „Kraft, Inbrunst und Entschlossenheit an die Seite des amerikanischen Volkes“.
EU-Parlamentspräsident David Sassoli schickte noch am Mittwochabend ein Schreiben an Nancy Pelosi, die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses. Er hoffe, dass die Ordnung schnell wiederhergestellt werden könne und eine friedliche Machtübertragung „in Übereinstimmung mit den Wünschen des amerikanischen Volkes“ stattfinden könne. Seine Gedanken seien bei Pelosi und ihren Kollegen und deren Sicherheit: „Sie haben meine volle Unterstützung und Solidarität in diesen sehr herausfordernden Zeiten.“
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала