Wirtschaft fordert mehr Corona-Hilfen

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Euro (Symbolbild) - SNA, 1920, 06.01.2021
Wirtschaftsverbände sehen Bund und Länder nach den neuen Corona-Beschlüssen in der Pflicht. Sie fordern eine klare Perspektive für die vom verlängerten Lockdown betroffenen Unternehmen. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten fordert ein Mindestkurzarbeitergeld und eine Einmal-Corona-Sofortnothilfe für ihre Mitglieder.
„Die geschlossenen Handelsunternehmen brauchen jetzt klare Aussagen, unter welchen Bedingungen sie wann ihren Betrieb wieder aufnehmen können“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, Stefan Genth der dpa. Den Lockdown einfach nur zu verlängern und keinerlei Perspektiven oder Pläne für eine Wiedereröffnung zu präsentieren, sei zu wenig. Genth forderte Nachbesserungen bei den Corona-Hilfen:
„Es zeichnet sich eine Pleitewelle ab, wie wir sie noch nicht erlebt haben.“

Unmut bei Friseuren, Hoteliers, Kellnern und Köchen

Das Friseurhandwerk befürchtet in seinem Gewerbe eine Insolvenzwelle. Viele Betriebe könnten die Einnahmeverluste nicht mehr schultern, sagte Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks der dpa. Staatliche Hilfen müssten jetzt schnell und unbürokratisch fließen.
Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Ingrid Hartges, bezeichnete die Auszahlung der Novemberhilfen als „höchst-eilbedürftig“. Die Umsatzeinbußen seien katastrophal, die Stimmung auch, sagte Hartges bei „Bild live“.
Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) fordert ein Mindestkurzarbeitergeld von 1200 Euro und eine Corona-Sofortnothilfe von einmalig 1000 Euro.
Die Löhne von Kellnern oder Köchinnen sind ohnehin niedrig - das Kurzarbeitergeld reicht da auf Dauer einfach nicht“, bekräftigte NGG-Chef Guido Zeitler in den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“.
Euro (Symbolbild) - SNA, 1920, 05.01.2021
Corona-Hilfen im Lockdown: Bundesregierung rückt nun vor

Schmerzlich, aber nachvollziehbar

Bund und Länder hatten sich unter anderem darauf verständigt, den Lockdown bis 31. Januar zu verlängern und Kontaktbeschränkungen zu verschärfen. Zudem soll die Bewegungsfreiheit in Corona-Hotspots begrenzt werden. Ab einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern sollen die Länder lokale Maßnahmen ergreifen, um den Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort zu begrenzen, sofern kein triftiger Grund vorliegt.
Der Tourismusverband DTV bezeichnete die Maßnahmen als schmerzlich, aber nachvollziehbar.
„Es war ein Fehler, mit den Beschlüssen vom 28. Oktober 2020 den Deutschlandtourismus auf Null zu setzen, aber auf Maßnahmen in anderen Bereichen zu verzichten. Das rächt sich jetzt und verlängert den Lockdown“, sagte DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz der dpa.

Lockdownverlängerung keine große Wirtschaftsbelastung?

Beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht man davon aus, dass die Verlängerung des harten Lockdowns nur kurzfristig auf der wirtschaftlichen Erholung lastet.  
„Werden die Infektionszahlen damit effektiv gedrückt, ist eine kräftige Erholung im Frühjahr möglich“, sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen der „Welt“
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