MV-Landesregierung will mit Stiftung Abschluss der Gaspipeline Nord Stream 2 sichern

© SNA / Alexey VitvizkzyNord Stream 2 (Archivbild)
Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 06.01.2021
Die mecklenburg-vorpommerische Landesregierung will mit der Gründung einer landeseigenen Stiftung die Fertigstellung der russisch-europäischen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 unterstützen. Dies gab am Mittwoch ein Regierungssprecher in Schwerin laut der Nachrichtenagentur Reuters bekannt.
Es handelt sich demnach um eine gemeinwohlorientierte Stiftung, die dem Umwelt- und Naturschutz verpflichtet sein, aber auch gewerbliche Aktivitäten entfalten soll. Sie wird Medienberichten zufolge die Rolle von Erdgas als Brückentechnologie hervorheben und die treibenden Kräfte des Projekts vor Sanktionen schützen.
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Über die Stiftung werden nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa auf Vorrat Bauteile und Maschinen gekauft, die für die Fertigstellung der Gasleitung unerlässlich sind. Auf diese Weise sollen angedrohte Sanktionen der USA gegen am Bau der Leitung beteiligte Firmen möglichst umgangen werden.
Die Stiftungsgründung wurde am Mittwoch bei einer Sondersitzung des Kabinetts von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig beschlossen und muss am Donnerstag noch vom Landtag bestätigt werden, so Reuters.
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Das Projekt Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Strängen einer Gaspipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland.
Die Pipeline verläuft in den Territorialgewässern von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland und kostet rund zehn Milliarden Euro. Sie ist zu 94 Prozent fertig. Zu den Finanzpartnern gehören die deutschen Konzerne Uniper und BASF sowie OMV aus Österreich.
Die USA, die verflüssigtes Erdgas auf den europäischen Markt bringen wollen, treten gegen den Bau der Gaspipeline auf. Washington hatte im Dezember 2019 Sanktionen gegen das Nord-Stream-2-Projekt verhängt und von den Partnerunternehmen einen unverzüglichen Arbeitsstopp gefordert. Das schweizerische Unternehmen Allseas stellte daraufhin die Arbeit ein. US-Politiker erwägen derzeit eine Erweiterung der Restriktionen.
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