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Deutsches Kabinett bringt Frauenquote für Unternehmensvorstände auf den Weg

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Geschäftsfrau (Symbolbild) - SNA, 1920, 06.01.2021
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Das deutsche Kabinett hat am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur Reuters einen Gesetzentwurf aus dem Justiz- und dem Frauenministerium gebilligt, das für mehr Frauen in den Chefetagen der großen Unternehmen sorgen soll.
Der Novelle zufolge muss mindestens eine Frau im Vorstand börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen sitzen, wenn dieser mehr als drei Mitglieder hat.
„Davon werden rund 70 Unternehmen, von denen rund 30 aktuell keine Frau im Vorstand haben, betroffen sein“, zitiert die Agentur die Ministerien.
Für Unternehmen mit einer Mehrheitsbeteiligung des Bundes gibt es noch strengere Regeln. Dort soll generell mindestens eine Frau in der Geschäftsführung bereits bei mehr als zwei Mitgliedern vertreten sein.
Die angestrebte gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen könne nur erreicht werden, wenn überhaupt Frauen im Vorstand vertreten seien, meldet Reuters unter Verweis auf den Gesetzentwurf. Dieses Mindestbeteiligungsgebot sei keine Vorstandsquote im eigentlichen Sinne, da kein bestimmter Frauenanteil vorgeschrieben werde.
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Bei den 105 börsennotierten und zugleich paritätisch mitbestimmten Unternehmen sei der Frauenanteil in den Vorständen bis November 2020 auf 11,5 Prozent gestiegen, hieß es. Für die Aufsichtsräte dieser Unternehmen gilt bereits eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent, die 2017 erreicht wurde und die zuletzt bei 35,2 Prozent lag.
Für Vorstandsebenen müssen bisher nur Zielvorgaben festgelegt werden. Fast 70 Prozent der Unternehmen, die dazu verpflichtet sind, hätten sich aber Null Frauen im Vorstand als Zielgröße gesetzt, so die Agentur. Daher müssen Unternehmen, die nicht unter die neue Frauenquote für Vorstände fallen, die Zielgröße Null künftig begründen.
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Die beiden verantwortlichen Ministerinnen bezeichneten gegenüber der Nachrichtenagentur dpa den nach jahrelangen Debatten in der Koalition gebilligten Gesetzentwurf als Meilenstein für mehr Frauen in Führungspositionen. Justizministerin Christine Lambrecht sprach von einem guten Tag für all die hochqualifizierten Frauen in Deutschland.
„In Zukunft zählt die Qualifikation bei der Besetzung von Vorstandspositionen und nicht das Geschlecht“, so die SPD-Politikerin.
Die Frauenquote sei auch ein wichtiges Signal für junge Frauen: „Wer sich gut qualifiziert, wer sich entsprechend aufstellt, bekommt auch die Chance, die ihr oder ihm zusteht.“
„Es war nicht leicht, in der Koalition eine Einigung hinzubekommen“, sagte Familienministerin Franziska Giffey (SPD) der dpa zufolge am Mittwoch in Berlin nach dem Kabinettsbeschluss. „Wir haben das nach viel Diskussionen, nach viel Bemühen geschafft. Darauf bin ich stolz.“
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