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Österreich: Im verlängerten dritten Lockdown sollen Schulen öffnen

© AP Photo / Mark Keppler Ein leerer Klassenraum (Archiv)
Ein leerer Klassenraum (Archiv)  - SNA, 1920, 05.01.2021
Ein leerer Klassenraum (Archiv)
In Österreich will der Bildungsminister Heinz Faßmann trotz des erneut verlängerten Lockdowns am 18. Januar zum Präsenzunterricht zurückkehren. Aus der Opposition kommt eine Welle der Kritik.
Während in Deutschland die Rückkehr zum Präsenzunterricht an den Schulen immer weiter in die Ferne rückt, sorgt das Thema Schule in Österreich in Zeiten der Pandemie für Zoff. Nachdem das ursprünglich geplante Freitesten am Widerstand der Opposition gescheitert ist, wird der dritte Lockdown um eine Woche verlängert, sodass fast alle Geschäfte bis zum 24. Januar geschlossen bleiben. Auf das Bildungssystem soll die Verlängerung des Lockdowns jedoch keine Auswirkungen haben: Am 18. Januar sollen laut Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) alle Schulen zum Präsenzunterricht zurückkehren.
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) will sich bei dieser Frage offenbar nicht einmischen. Er sagte am Montag, der Bildungsminister entscheide für sich, ob die Schulen, wie geplant, zum Präsenzunterricht zurückkehren.
Deutlicher wird da die Opposition. So kritisierte SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid die Regierung für das Mangeln einer klaren Linie:
„Nachdem sich die Opposition gegen die mangelhafte und mit hoher Wahrscheinlichkeit verfassungswidrige Regierungsvorlage zur Testpflicht ausgesprochen hat, preschen erst die Klubobleute von ÖVP und Grünen vor, um die Schulen ab 18.1. weiter zuzusperren. Dann erklärt Minister Faßmann zu Recht, dass die Testpflicht nichts mit den Schulen zu tun hat und der Präsenzunterricht mit 18.1. wieder beginnen soll. Was übrig bleibt, ist Ratlosigkeit. Die Leidtragenden dieses Medienspektakels sind die Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und die Eltern.“
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Keine Teststrategie, kein weitreichendes Sicherheitskonzept für Schulen

Warum gebe es noch immer keine Teststrategie für Schulen und kein weitreichendes Sicherheitskonzept, fragte die Politikerin und verwies darauf, dass die SPÖ bereits im August entsprechende Vorschläge für den Bildungsbereich vorgelegt hatte.
Auch die Neos werfen der Regierung ein „völlig verfehltes Corona-Management“ vor. Statt weiterer „Husch-Pfusch-Aktionen“ brauche man für die Schulen klare Zielwerte, wann welche Lockerungen und Öffnungen möglich seien. Dazu müsse die Regierung die Daten und Analysen der AGES und der Corona-Kommission endlich öffentlich machen, hieß es in der entsprechenden Pressemitteilung am Montag.
Die FPÖ wiederum sieht in den geschlossenen Schulen eine Beschneidung der Freiheit. So sagte der freiheitliche Bildungssprecher Hermann Brückl:

„ein perfides Spiel mit der Freiheit“

„Mir erklärt sich nicht, was das vorerst gekippte Freitesten aus dem Lockdown mit dem Beginn des Präsenzunterrichtes zu tun haben soll! Das war nie aneinandergekoppelt und es scheint, als würde hier ein perfides Spiel mit der Freiheit auf dem Rücken der Schüler, Eltern und Lehrer gespielt.“
Hermann Brückl
Freiheitlicher Bildungssprecher
Es gebe keinen objektiven Grund, weswegen der Schulbeginn um eine Woche verschoben werden solle. Die Schüler hätten einen geregelten und organisierten Präsenzunterricht verdient, so Brückl.
Die Betroffenen hingegen wünschen sich vor allem eines: effektiveren Schutz. So teilten die Unabhängigen GewerkschafterInnen im Öffentlichen Dienst und in ausgegliederten Behörden (UGÖD) am Montag mit, es seien die Inzidenzwerte, die entscheidend für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts sein sollten. Bleiben diese weiter hoch, könne man die Schulen nicht wieder öffnen. Zudem müsse dringend an Hygienemaßnahmen und Testangeboten an Schulen nachgearbeitet werden.
„Es kann nicht sein, dass die Schülerinnen und Schüler auf engstem Raum im Klassenzimmer über mehrere Stunden zusammensitzen. Auch mit Masken muss der Mindestabstand eingehalten werden. Die Durchmischung der Gruppen muss reduziert werden. Ein Lüftungskonzept, das daraus besteht, nach 20 Minuten die Fenster für ein paar Minuten zu öffnen, reicht nicht aus, um die Kinder und Jugendlichen vor einer Ansteckung zu schützen.“
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