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Assange wird wohl am Mittwoch auf Kaution freigelassen – Craig Murray

© AP Photo / Kirsty WigglesworthEin Demonstrant in London protestiert gegen das Auslieferungsverfahren um Julian Assange
Ein Demonstrant in London protestiert gegen das Auslieferungsverfahren um Julian Assange  - SNA, 1920, 05.01.2021
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Als enger Vertrauter des Wikileaks-Gründers Julian Assange hat der ehemalige britische Botschafter Craig Murray nicht nur den gesamten Prozess beobachtet, sondern ist auch am Montag als Vertreter der Familie Assanges bei der Urteilsverkündung im Gericht gewesen. Auf seinem Blog schildert er seine Eindrücke.
Es sei ein langer und ermüdender Tag im Gericht gewesen, der mit der unerwarteten Entscheidung endete, Julian Assange nicht an die USA auszuliefern, rekapituliert Craig Murray am Abend des 5. Januar. Der langjährige Assange-Vertraute war als Vertreter der Familie des Wikileaks-Gründers als einziger öffentlicher Beobachter am Tag der Urteilsverkündung im Gericht anwesend.
Zunächst seien alle froh, dass die Auslieferung gestoppt worden sei, so Murray. Jedoch sei das Urteil besorgniserregend, weil es allen Punkten der Anklage in dem Sinne gefolgt sei, dass die US-Regierung das Recht habe, Publizisten, die US-Staatsgeheimnisse veröffentlichen, nach dem Spionagegesetz zu verfolgen.
„Die Richterin hat auch ausdrücklich betont, dass das britische Auslieferungsgesetz von 2003 es erlaubt, Auslieferungen wegen politischer Vergehen vorzunehmen.“
Craig Murray
Ehemaliger britischer Botschafter
Die Entscheidung habe auf zwei Punkten beruht: den erschreckenden Bedingungen in US-Hochsicherheitsgefängnissen und den Auswirkungen, die diese Bedingungen auf Assanges Gesundheitszustand haben könnten.
Julian Assange Poster  - SNA, 1920, 04.01.2021
Deutschland sollte Assange Asyl anbieten – Sahra Wagenknecht

Richterin mit Kloß im Hals

„Ich bin mir ziemlich sicher, bemerkt zu haben, dass Richterin Baraitser einen Kloß im Hals hatte, als über die inhumanen Bedingungen in US-Hochsicherheitsgefängnissen gesprochen wurde, über den fehlenden menschlichen Kontakt und insbesondere die Tatsache, dass Häftlinge in totaler Isolation in einem kleinen Käfig gehalten werden und ihnen lediglich eine Stunde am Tag Bewegung in einem anderen Käfig in totaler Isolation gewährt wird“, so Murray, wohl in Anspielung auf die durchaus vergleichbaren Bedingungen im britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh, wo der Wikileaks-Gründer seit seiner Inhaftierung untergebracht ist.
Julian Assange habe am Tag der Urteilsverkündung fit und konzentriert gewirkt. Er habe keine Emotionen gezeigt, als er die Entscheidung des Gerichts hörte, und sich stattdessen mit seinen Anwälten besprochen. Die US-Regierung habe angedeutet, das Urteil anfechten zu wollen. Die Anhörung bezüglich einer Entlassung auf Kaution sei auf Mittwoch gelegt worden. „Ich wäre sehr überrascht, wenn Julian nicht am Mittwoch auf Kaution entlassen wird“, schreibt Murray abschließend.
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