Spahn prüft Beschleunigung von Impfungen

© REUTERS / DANIEL KARMANNGesundheitsminister Jens Spahn
Gesundheitsminister Jens Spahn - SNA, 1920, 04.01.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn prüft eine Beschleunigung der Impfungen. So könne der Abstand zwischen der ersten und der nötigen zweiten Impfung vergrößert werde, teilt die Agentur Reuters unter Berufung auf ein Ministeriumspapier mit.
Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts soll demnach die Beschleunigung prüfen. Zudem erwägt Spahn, die Überfüllung der Impffläschchen auszunutzen. So könnte aus ihnen bis zu sechs statt fünf Dosen gewonnen werden. Dies ermögliche bis zu 20 Prozent mehr Impfungen.

„Ein Gebot der Vernunft und der Solidarität”

Zuvor hatte Spahn Ärzte und Pflegekräfte aufgerufen, sich impfen zu lassen.
„Es ist ein Gebot der Vernunft und der Solidarität, dass diejenigen, die im Gesundheitswesen arbeiten, sich ebenfalls impfen lassen, zu ihrem eigenen Schutz und dem Schutz der ihnen anvertrauten Patienten”, sagte er der „Rheinischen Post” laut Vorabbericht.
Er selbst werde sich sofort impfen lassen, wenn er an der Reihe sei. „Und ich möchte auch mit meiner Impfung davon überzeugen, dass es ein sicherer Impfstoff ist”, so Spahn weiter.
Zahlreiche Mitarbeiter im Gesundheitswesen hatten erklärt, sich nicht impfen lassen zu wollen, teilte die dpa am Montag mit.
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„Kaum vorbereitete Strategien” bei der Impfstoff-Beschaffung

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil fordert eine nationale Kraftanstrengung für eine größere Impfstoff-Produktion. Es müssten alle Pharmaunternehmen zu Beratungen an einen Tisch geholt werden, wie man auch national über Kooperationen mehr Impfstoff herstellen könne, sagt Klingbeil in der ARD.
„Es kann nicht sein, dass ein Land, in dem der Impfstoff sogar erforscht wurde, dass wir am Ende zu wenig Dosen davon haben."
Die Lockdown-Kosten sollten besser in die Impfstoff-Produktion gesteckt werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warf er Fehler bei der Impfstoff-Beschaffung und Verteilung vor, berichtet Reuters. Deutschland stehe viel schlechter da als andere Länder.
„Wir haben zu wenig Impfstoff bestellt, es gibt kaum vorbereitete Strategien mit den Bundesländern zusammen”, so Klingbeil.
Nachdem die EU-Kommission das Biontech-Angebot für mehr Impfstoff abgelehnt habe, hätte die Bundesregierung bilaterale Verträge mit dem Mainzer Hersteller abschließen sollen.

Aktuelle Infektionszahlen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigt insgesamt 1.775.513 Infektionen (Stand: 04.01.2021, 00:00 Uhr) mit dem Coronavirus in Deutschland, das ist ein Plus von 9847 zum Vortag. Weitere 302 Todesfälle wurden gemeldet, insgesamt sind damit bislang 34.574 Menschen an dem Virus gestorben. Genesen sind laut Internetseite des RKI rund 1.401.200 Menschen, rund 19.300 mehr als am Vortag. Aktuell gibt es in Deutschland etwa 339.800 Menschen, die aktiv an Covid-19 erkrankt sind, rund 9.700 weniger als am Vortag.
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