Deutschland sollte Assange Asyl anbieten – Sahra Wagenknecht

© AP Photo / Frank AugsteinJulian Assange Poster
Julian Assange Poster  - SNA, 1920, 04.01.2021
Die Linke-Politiker Sahra Wagenknecht und Gregor Gysi begrüßen das Urteil eines Londoner Gerichts im Auslieferungsverfahren von Wikileaks-Gründer Julian Assange und fordern seine Freilassung.
Wikileaks-Gründer Julian Assange darf nicht an die USA ausgeliefert werden, urteilte ein Londoner Gericht am Montag. Begründet wurde die Entscheidung mit dem schlechten psychischen Gesundheitszustand Assanges und den schlechten Haftbedingungen, die ihn in den USA erwarten würden. In den USA drohen Assange bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft.
Die vorläufige Ablehnung der Auslieferung des Wikileaks-Gründers durch das Londoner Gericht bezeichnete Sahra Wagenknecht (Linke) als einen wichtigen Beschluss, nicht nur für Assange selbst, sondern auch für die Presse- und Medienfreiheit.
„Assange muss nun nach jahrelanger Haft und Verfolgung endlich freigelassen werden! Es darf nicht sein, dass Länder, die sich selbst als 'Demokratien' bezeichnen, Journalisten und Aktivisten ins Gefängnis stecken, mit Isolationshaft und anderen Schikanen malträtieren, weil sie ihnen unliebsame Geschichten aufdecken“, so die Linke-Politikerin.
Sahra Wagenknecht
Die Linke
Er sei kein Verbrecher, er hätte mit den Wikileaks-Veröffentlichungen Kriegsverbrechen der USA unter anderem in Afghanistan öffentlich gemacht. Dafür verdiene er einen Preis, keine Strafe.
„Ich erwarte daher auch von der deutschen Bundesregierung, dass sie die gestoppte Auslieferung unterstützen und sich für Assanges umgehende Freilassung einsetzt sowie ihm selbst Asyl in Deutschland anbietet. Denn sein Schicksal geht uns alle an: Wem die Meinungs- und Pressefreiheit am Herzen liegt, muss jetzt für die Freiheit von Whistleblowern wie Julian Assange kämpfen“, so Wagenknecht in ihrer Mitteilung auf Facebook.
Reporter in Hongkong (Archivfoto) - SNA, 1920, 29.12.2020
Hingerichtet, zerstückelt, verbrannt – so gefährlich war 2020 für Journalisten
Auch ihr Parteikollege Gregor Gysi zeigte sich erfreut über das Urteil vom Montag und schloss sich Wagenknechts Forderung an:
„Die Ablehnung der Auslieferung von Julian Assange an die USA durch das Londoner Gericht ist ein wichtiger Schritt zur Wahrung der Rechtsstaatlichkeit, im Interesse der Pressefreiheit und zu demokratischer Stabilität. Allerdings muss Julian Assange jetzt so schnell wie möglich aus der Auslieferungshaft entlassen werden, insbesondere aus dem Hochsicherheitstrakt.“
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала