Assange soll nicht an die USA ausgeliefert werden – Londoner Gericht

© REUTERS / HENRY NICHOLLSEine Anhängerin des WikiLeaks-Gründers Julian Assange hält ein Plakat vor einem Gericht in London (04.01.2021)
Eine Anhängerin des WikiLeaks-Gründers Julian Assange hält ein Plakat vor einem Gericht in London (04.01.2021) - SNA, 1920, 04.01.2021
WikiLeaks-Gründer Julian Assange soll nicht an die USA ausgeliefert werden. Das entschied ein Londoner Gericht am Montag.
Die Vereingiten Staaten werfen dem 49-Jährigen unter anderem Verstoß gegen ein Spionagegesetz vor. Bei einer Verurteilung in den USA würden ihm laut seiner Anwälte 30 bis 40 Jahre Haft drohen, teilt die Agentur Reuters am Montag mit. Zuvor haben Medien mitgeteilt, dass ihm bis zu 175 Jahre Haft in den USA drohen.
Doch auch mit dem jüngsten Urteil gegen eine Auslieferung dürfte sich die endgültige Entscheidung über Assanges Schicksal weiter hinziehen, da Revision möglich ist und der Fall letztlich bis vor den Obersten Gerichtshof in Großbritannien gehen könnte.
Unterstützer von Julian Assange, London - SNA, 1920, 29.12.2020
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Bundestagsabgeordnete fordern britische Regierung zum Schutz von Assange auf

Mehrere Bundestagsabgeordnete hatten vor der Gerichtsentscheidung über den US-Antrag zur Auslieferung von Assange die britische Regierung zum Eingreifen aufgerufen, eine Auslieferung nicht zuzulassen. „Sollte die Auslieferung juristisch beschieden werden, fordern wir die britische Regierung zum Schutz vor Verfolgung unliebsamer Journalisten auf, Julian Assange nicht an die USA auszuliefern und eine Überstellung des Wikileaks-Gründers an Washington zu verhindern“, sagten die Mitglieder der Bundestagsarbeitsgemeinschaft „Freiheit für Julian Assange“ am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.
Zuvor war berichtet worden, dass der gebürtige Australier Assange über seine Enthüllungsplattform WikiLeaks Hunderttausende geheime US-Berichte und Diplomatendepeschen veröffentlicht hatte, die er von sogenannten Whistleblowern bekam. US-Ankläger werfen ihm vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, an geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu gelangen. Laut Medien wurden dadurch von US-Soldaten begangene Kriegsverbrechen bekannt. Damit gilt er US-Ermittlern und westlichen Sicherheitskreisen als Staatsfeind. Die USA fordern von Großbritannien seine Auslieferung. Um einer Auslieferung zu entgehen, hatte sich Assange in die Botschaft Ecuadors geflüchtet und dort sieben Jahre gelebt, bevor ihm 2019 das Asyl entzogen wurde. Er wurde festgenommen und kam in ein Londoner Hochsicherheitsgefängnis.
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