Ärzte-Hotline für Corona-Impftermine in Deutschland überlastet

© AP Photo / Jenny KaneHotline
Hotline - SNA, 1920, 03.01.2021
Eine Woche nach dem Corona-Impfstart in Deutschland sieht sich die für Impftermine genutzte Hotline des ärztlichen Bereitschaftsdienstes laut einem Medienbericht mit Problemen konfrontiert. Dazu gehören unter anderem längere Wartezeiten.
Wie die „Welt am Sonntag“ berichtete, ist die Nummer 116117 teilweise überlastet oder schwer erreichbar.
Dies sei nach ersten Erkenntnissen auf technische Gründe zurückzuführen, berichtete das Blatt. So habe etwa das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg darüber berichtet, dass es Wartezeiten von deutlich mehr als zehn Minuten gegeben hätte.
Wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums gegenüber dem Blatt sagte, geht das Ministerium den „sehr ernst zu nehmenden Hinweisen auf eine Überlastung der Hotline derzeit intensiv nach“.
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Die Nummer 116117 wird von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung betrieben und ist für die Vermittlung von Kontakt zum ärztlichen Bereitschaftsdienst etwa nachts und am Wochenende zuständig. Außerdem wird die Hotline bei der Vereinbarung von Terminen bei bestimmten Fachärzten eingesetzt.
In einigen Bundesländern, etwa Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein, vergibt die Hotline nun auch Termine für die Corona-Impfung. Andernorts, wie etwa in Berlin, soll die 116117 für solche Impftermine explizit nicht angerufen werden.
Das Bundesgesundheitsministerium erwartet in den kommenden Wochen laut dem Blatt in Spitzenzeiten wöchentlich bis zu 500.000 Anrufe bei der Hotline. Sie sollten dann rund um die Uhr durch Callcenter beantwortet werden.
Seit dem 21. Dezember seien Callcenter mit rund 1100 Beschäftigten in Betrieb, teilte die Zeitung unter Verweis auf das Bundesgesundheitsministerium mit. Diese könnten wöchentlich lediglich bis zu 200.000 Anfragen bearbeiten.

Impfstart in Deutschland

Am 27. Dezember begannen in Deutschland und zahlreichen anderen EU-Ländern die Massenimpfungen gegen das Coronavirus.
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Deutsche Herzstiftung rät Menschen mit Herzproblemen zur Impfung
In Deutschland wurden mobile Teams eingesetzt, um zuerst vor allem Menschen über 80 Jahren in Pflege- und Seniorenheimen sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Klinikpersonal zu vakzinieren. Zunächst standen bundesweit nur gut 150.000 Impfdosen bereit.
Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wird für das gesamte erste Quartal mit elf bis 13 Millionen Impfdosen gerechnet. Für das gesamte Jahr bekommt Deutschland von Biontech über 85 Millionen Impfdosen. Wenn alle Impfstoff-Kandidaten zugelassen werden, erhält Deutschland voraussichtlich insgesamt 300 Millionen Dosen.

Corona-Stand in Deutschland

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (Stand: 03.01.2021, 00:00 Uhr) wurden insgesamt 1.765.666 Coronavirus-Infektionen in Deutschland gemeldet, das ist ein Plus von 10.315 zum Vortag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus ist um 312 auf 34.272 gestiegen. Genesen sind laut Internetseite des RKI rund 1.381.900 Menschen, rund 13.800 mehr als am Vortag.
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