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Deutscher Ökonom warnt vor Wegfall von 600.000 Jobs wegen Corona

© AP Photo / Dolores OchoaMaßnahmen gegen Corona-Verbreitung im Flughafen von Quito, Ecuador
Maßnahmen gegen Corona-Verbreitung im Flughafen von Quito, Ecuador  - SNA, 1920, 02.01.2021
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Rund 600.000 Arbeitsplätze könnten in Deutschland wegen der Corona-Pandemie verloren gehen, schätzt Ökonom Gabriel Felbermayr, Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Die deutsche Wirtschaft könnte Ende 2021 wieder das Niveau vor der Corona-Pandemie erreichen.
Am härtesten treffe es Bereiche, die bereits vorher einem strukturellen Wandel unterlagen wie die Luftfahrt- und die Tourismusbranche, sagte Felbermayr der Deutschen Presse-Agentur.
„Die Luftfahrt müsste in einer dekarbonisierten Welt ohnehin schrumpfen. Da wird durch Corona vieles vorweggenommen und das nachhaltig.“
Bleibende Folgen sieht Felbermayr im für Schleswig-Holstein und andere Küstenländer wichtigen Tourismus. „Dort wird auch nicht alles wieder gut“, warnte der Ökonom. „Im privaten Tourismus wird der Rückprall zwar sehr deutlich ausfallen: Die Menschen wollen an die Küsten und in die Berge.“
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Im Geschäftstourismus gebe es aber einen deutlichen Strukturwandel. „Es wird weniger geflogen und weniger Kongress-Tourismus stattfinden.“ Das treffe vor allem Stadthotels. Stattdessen werde die Online-Kommunikation wichtiger.
Nachhaltig werde die Pandemie den Einzelhandel verändern, erwartet Felbermayr.

Vorbehalte gegen Online-Shopping schwinden

Die Bevölkerungsschichten, die im Zuge der Digitalisierung erstmals im Internet einkaufen, sähen gerade, dass Zahlungen mit Kreditkarte nicht zwangsläufig in einem Betrug endeten und Waren unbeschädigt einträfen.
„Manche dieser Vorbehalte werden wahrscheinlich verschwinden. Für den Einzelhandel in den Innenstädten und in Einkaufszentren ist die Krise deshalb auch dann nicht vorbei, wenn das Infektionsgeschehen eigentlich die Rückkehr in die Innenstädte erlaubt.“
Mit Blick auf die von der Politik angekündigten Hilfen sagte Felbermayr, den Umsatzausfall zu ersetzen, sei vielleicht für die Gastronomie geeignet.
„Aber wenn Sie im Handel Umsatz ersetzen, dann entsteht die Gefahr einer massiven Überkompensation. Denn der Einzelhandel wird ja Waren, die er im Lockdown nicht verkaufen kann, gar nicht erst einkaufen.“
Für diese Unternehmen seien die Hilfen zu großzügig, jedenfalls langfristig. Wenn der Staat Unternehmen helfe, dann möglichst gerecht.
Das Bruttoinlandsprodukt könnte dieses Jahr nach Einschätzung des Kieler Instituts um 3,1 Prozent ansteigen. „Sofern die Pandemie im Sommer abebbt, wird die Wirtschaft das Vorkrisenniveau im vierten Quartal des kommenden Jahres erreichen“, sagte Felbermayr. Die Normalisierung des Beschäftigungsniveaus sei aber erst etwas später zu erwarten.
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