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Ohio: Überlebender der eigenen Hinrichtung stirbt womöglich an Covid-19

© Foto : Florida Department of Corrections / Doug SmithHinrichtungsbett in einer US-Haftanstalt (Archivbild)
Hinrichtungsbett in einer US-Haftanstalt (Archivbild) - SNA, 1920, 30.12.2020
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Romell Broom sollte bereits 2009 per Giftspritze hingerichtet werden, doch die Exekution ging schief und der Mann überlebte. Nun ist der 64-jährige verurteilte Vergewaltiger und Mörder gestorben – vermutlich an Covid-19.
Wie die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, ist in Ohio ein Häftling im Todestrakt verstorben. Der 64-Jährige befand sich auf der Liste jener Häftlinge, bei denen eine Erkrankung an Covid-19 vermutet wurde. Endgültige Klarheit über die Todesursache soll der noch ausstehende Totenschein liefern. Laut Angaben des Bundesstaates sind bisher 124 Häftlinge an dem Virus verstorben.
Was den Fall von Romell Broom besonders macht: Eigentlich sollte der damals 53-Jährige bereits 2009 durch die Giftspritze hingerichtet werden. An jenem 15. September versuchte das verantwortliche Personal zwei Stunden lang vergeblich, bei Broom eine passende Vene für die Injektion zu finden. Achtzehn mal habe man Nadeln eingestochen, zuletzt sogar am Bein. Währenddessen habe Broom vor Schmerz geschrien, so „The Guardian“. Um den Prozess zu beschleunigen, habe der Todeskandidat sogar selbst versucht, dabei zu helfen, eine geeignete Einstichstelle zu finden. Schließlich sei der Versuch abgebrochen worden.
Damals ist Broom der zweite Häftling in den USA gewesen, der die eigene Hinrichtung überlebt hatte. Danach versuchte Broom, einer zweiten Hinrichtung zu entgehen. Seine Anwälte argumentierten damit, dass Broom nach den Qualen des missglückten Versuchs der Vollstreckung der Todesstrafe ein zweiter erspart werden sollte. Nachdem die für Juni dieses Jahres angedachte Execution nicht stattfinden konnte, wurde ein neuer Termin für März 2022 angesetzt.
Der nun mutmaßlich an Covid-19 verstorbene Broom wurde für die Vergewaltigung und Ermordung der 14-jährigen Tryna Middleton zum Tode verurteilt, die er 1984 auf dem Heimweg von einem Football-Match entführt haben soll.
Unter Umständen wäre Broom die Giftspritze ohnehin erspart geblieben, denn Gouverneur Mike DeWine sagte, diese Methode sei nicht länger eine Option, weil Ohio die dafür nötigen Substanzen nicht beschaffen könne. Man müsse über andere Methoden nachdenken, so DeWine.
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