Abtreibung in Argentinien nun legal

© REUTERS / STRINGEREine Demonstrantin für die Legalisierung der Abtreibung in Buenos Aires, Argentinien
Eine Demonstrantin für die Legalisierung der Abtreibung in Buenos Aires, Argentinien - SNA, 1920, 30.12.2020
Der argentinische Senat hat an diesem Mittwoch via Twitter mitgeteilt, die Abtreibung im Land gebilligt zu haben.
Demnach stimmten 38 Senatoren für eine Gesetzesreform, 29 dagegen, einer enthielt sich. In dem streng katholischen südamerikanischen Land dürfen Frauen damit bis zur 14. Schwangerschaftswoche abtreiben.
Bisher war der Abbruch von Schwangerschaften nur in besonderen Fällen erlaubt, etwa nach einer Vergewaltigung oder bei Gefahr für das Leben der Mutter. Schätzungen zufolge gibt es pro Jahr zwischen 370.000 und 520.000 heimliche Abtreibungen. Dabei kommt es immer wieder zu Komplikationen und auch zu Todesfällen.
Das Thema wird in Argentinien heiß diskutiert, Befürworter und Gegner finden sich quer durch die politischen Lager. 2018 scheiterte ein Gesetz für ein liberales Abtreibungsrecht im Parlament knapp. Mitverantwortlich war damals die katholische Kirche gewesen. Im Gegensatz dazu befürwortet Präsident Alberto Fernández die Legalisierung der Abtreibung.
Vor der Abstimmung im argentinischen Senat, am Dienstag, hatte sich Papst Franziskus gegen die Legalisierung der Abtreibung in Argentinien ausgesprochen. „Der Sohn Gottes wurde als Ausgeschlossener geboren, um uns zu sagen, dass jeder ausgeschlossene Mensch ein Kind Gottes ist. Er kam in die Welt, wie ein Kind in die Welt kommt, schwach und zerbrechlich, so dass wir unsere Schwächen mit Zärtlichkeit aufnehmen können“, schrieb der Argentinier auf Twitter.
In der Heimat des Papstes spielt die Abtreibung bis heute auch als politischer Faktor eine wichtige Rolle.
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