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Schweizer haben häufiger Suizidgedanken in der Isolation

© REUTERS / DENIS BALIBOUSEPassanten in der Stadtmitte von Lausanne, 17. Dezember 2020
Passanten in der Stadtmitte von Lausanne, 17. Dezember 2020 - SNA, 1920, 29.12.2020
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Beratungsstellen und Studien deuten auf eine deutliche Verschlimmerung von Depressionen bei Jugendlichen und Erwachsenen in der Schweiz hin. Auch sollen seit dem Beginn der Pandemie im Februar die Gespräche über Suizid und Suizidgedanken stark gestiegen sein. Was könnte helfen?
Das „Schweizer Radio und Fernsehen“ (SRF) veröffentlichte am Montag einen Artikel über die Auslastung und Erfahrungen von Beratungsstellen zu Zeiten der Pandemie. Es zeige sich ein klares Bild, äußerte sich Roger Staub, der Geschäftsführer von „Pro Mente Sana“, einer dieser Beratungsstellen für psychische Gesundheit.
„Wir beobachten in der Telefonberatung einen deutlichen Anstieg zu Fragen zu Suizid-Themen und Menschen, die sich in der Not an uns wenden“, so Staub.
Dies bestätige auch eine neue Studie der Universität Basel, welche das psychische Wohlsein der Bevölkerung untersuchte. Es zeigte sich, dass die Anzahl der Personen mit schweren depressiven Symptomen seit Februar kontinuierlich gestiegen sei. Demzufolge könne man mittlerweile davon ausgehen, dass jede fünfte Person betroffen sei.

Viele Anrufe über Selbsttötung

Auch andere Anlaufstellen vernehmen einen deutlichen Anstieg. Organisationen wie „Pro Juventute“ und „Die Dargebotene Hand“ melden seit Herbst eine große Anhäufung von Gesprächen über das Thema Suizid. Ein Maß, wie es die Geschäftsführerin der Organisation „Die Dargebotene Hand“, Sabine Basler, noch nie gesehen hat.
„Wahrscheinlich sind es im Moment zwischen 20 und 25 Gespräche zu diesem Thema, die wir täglich haben“, zitiert das SRF Basler.
Das Mittelmaß beträgt im langjährigen Durchschnitt ungefähr 13 Anrufe pro Tag – Mitgezählt wurden dabei nur Gespräche um die Neigung zum Suizid.
The Great Reset – „Verschwörungstheorie“ wird Realität - SNA, 1920, 14.12.2020
The Great Reset – „Verschwörungstheorie“ wird Realität
Laut einem Bericht im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit bestehe ein direkter Zusammenhang zwischen dem psychischen Leiden und der wirtschaftlichen Lage und den Existenzängsten. Dass die Zahl der eigentlichen Suizidversuche und -toten ebenfalls ansteigt, vermutet Staub in diesem Zusammenhang auch.

„Über tausend Menschen haben sich pro Jahr das Leben genommen. Wenn das Ganze nun durch Corona so verschlimmert wird, dass mehr Leute Suizidgedanken haben, müssen wir auch damit rechnen, dass die Zahl der Suizidversuche zunimmt und am Schluss dann auch die Zahl der Suizidtoten.“

Roger Staub
Geschäftsführer Pro Mente Sana

Gespräch als erster Schritt

Oft ist das Ansprechen von Selbstmord oder psychischen Krankheiten ein gesellschaftliches Tabu. Viele Leute trauen sich nicht, die Betroffenen direkt auf dieses Thema anzusprechen, in der Angst, dass die Reaktion schlimmeres auslöst als die Stille, so Staub. Dabei gebe es viele Studien, die das Gegenteil beweisen. „Diese Menschen möchten angesprochen werden, möchten mit jemandem, dem sie vertrauen, darüber reden“, erklärt er. Ein Gespräch könnte somit ein erster Schritt auf dem Weg zur Besserung sein.
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