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Leckerli, Umarmungen oder Medikamente - Wie tröstet man ängstliche Haustiere an Silvester?

© AFP 2021 / INA FASSBENDEREin Mann spaziert mit seinem Hund in Dortmunder Stadtmitte
Ein Mann spaziert mit seinem Hund in Dortmunder Stadtmitte - SNA, 1920, 29.12.2020
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Trotz großflächiger Böllerverbote ist auch 2020 davon auszugehen, dass so manche Rakete zu Silvester gezündet wird und den Vierbeinern Angst und Schrecken einjagt. Aber wie kann man Hunden, Katzen und Hamstern die Angst nehmen oder die Knallerei zumindest ein wenig erträglicher machen?
Bei den ganz großen Angsthasen, vor allem unter den Hunden, könne man auf medikamentöse Hilfe zurückgreifen, sagt die Berliner Tierärztin Anke Meeuw. „Das ist für diejenigen, die sich einmachen, die schreien und wirklich leiden. Ansonsten gibt es kleine Tipps und Tricks, wie man helfen kann.“
Man höre oft, man soll seine Hunde und Katzen nicht trösten. Das sei natürlich falsch. Trösten sei ausdrücklich erlaubt und für die Tiere wichtig. Man solle sich dazu mit dem Tier möglichst in das ruhigste Zimmer zurückziehen und die Fenster schließen. Wenn das Tier Angst bekomme, dürfe man es ruhig in den Arm nehmen.
„Wichtig ist, dass man selber keine Angst hat und diese nicht transportiert. Es ist ein bisschen, wie wenn das kleine Kind auf die Straße fällt und Mutti dann kommt und schreit: Oh mein Gott, mein Kleiner!! Als Kind würde ich spätestens dann heulen. Und das sollte man beim Hund eben auch nicht machen, sondern sagen: Alles ist gut, ich bin bei dir.“
Depression (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.12.2020
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Ein voller Bauch hat weniger Angst

Auch Trost in Form von Futter sei erlaubt, so Meeuw. Studien belegen: Ein voller Bauch hat weniger Angst. Außerdem mache Essen Tiere wie Menschen auch ein bisschen müde und träge. Deswegen gelte: Wenn der Hund noch fressen will, darf man ihm auch noch ein, zwei Stunden vor Silvester eine richtige Mahlzeit servieren.
„Bei kleinen Nagern wissen wir, dass sie auch Angst haben. Nur da ist es schwierig, aktiv was dagegen zu machen. Fenster zu, Käfig notfalls abdecken – das hilft den Tieren auch.“
Hundehaltern empfiehlt Anke Meeuw, auch am Neujahrstag keine weiten Spaziergänge mit den Vierbeinern zu unternehmen und sie stets an der Leine zu lassen, weil vereinzelt noch Böller gezündet werden und die Tiere sich erschrecken und davonlaufen könnten. Auch Freigänger-Katzen sollten am 1. Januar besser noch zu Hause bleiben.
In Zeiten des Lockdowns hätten sich viele Menschen tierische Gesellschaft zugelegt – das beobachte sie auch in ihrer Praxis, bestätigt die Tierärztin.
„Was ich ganz, ganz toll finde und ausdrücklich begrüße, ist, dass viele Leute sich vorher informiert haben. Sie sind zu mir gekommen, haben gefragt: Ist das denn überhaupt eine gute Idee, sich im Lockdown ein Tier anzuschaffen?“

Lockdown macht Menschen zu Tierliebhabern

Grundsätzlich finde sie es keine schlechte Idee, wenn Menschen sich im Lockdown dazu entscheiden, einem Tier ein neues Zuhause zu geben, was sonst vielleicht schwer zu vermitteln gewesen sei. Wenn man coronabedingt in den eigenen vier Wänden bleibe, habe man auch mehr Zeit für die Eingewöhnung des Neuzugangs. Jedoch müsse man sich bewusstmachen, wie viel so ein Haustier in der Haltung koste.
„Ich sage immer, man muss gut 2000 Euro zusätzlich zu Futter- und Anschaffungskosten auf der hohen Kante haben, die man mal eben ausgeben kann. Gerade jungen Tieren passiert schnell was. Dass sie etwas runterschlucken, was sie nicht schlucken sollen usw. Im Zweifel können auch Operationen und Notfälle sehr teuer werden.“
Erfreulich sei, dass die Tierheime in diesem Jahr einen signifikanten Rückgang von Tieren verzeichnet hätten, die nach Weihnachten abgegeben worden seien. Das sei ein guter Indikator dafür, dass es relativ wenig Tiere unter dem Weihnachtsbaum gegeben habe oder dass diese sehr bewusst angeschafft worden seien. Wegen der Schließung von Baumärkten und Tiergeschäften seien 2020 auch die Verkaufszahlen von Kleinnagern zur Weihnachtszeit rückläufig gewesen.
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