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Hingerichtet, zerstückelt, verbrannt – so gefährlich war 2020 für Journalisten

© AFP 2021 / PHILIP FONGReporter in Hongkong (Archivfoto)
Reporter in Hongkong (Archivfoto) - SNA, 1920, 29.12.2020
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Laut dem Jahresbericht der Reporter ohne Grenzen starben dieses Jahr mindestens 50 Journalisten weltweit in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit. Das gefährlichste Land für Medienschaffende bleibt Mexiko.
Im zweiten Teil ihres Jahresberichts 2020 hat die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) festgestellt, dass dieses Jahr erneut zahlreiche Journalisten Opfer von Mordanschlägen geworden sind. Von den mindestens 50 weltweit getöteten Medienschaffenden seien die meisten gezielt ermordet worden, weil sie zu Themen wie Korruption, Organisierter Kriminalität oder Umweltzerstörung recherchiert hätten. Einige seien zudem im Zuge ihrer Berichterstattung von Demonstrationen getötet worden, so ROG.

„Kritisch über Korruption, Mafia oder Umweltzerstörung zu berichten, ist in viel zu vielen Ländern lebensgefährlich für Journalistinnen und Journalisten.“

Michael Rediske
ROG-Vorstandssprecher
„In Ländern wie Mexiko, Irak oder Pakistan können mächtige Kriminelle, extremistische Gruppen und zum Teil auch korrupte Politikerinnen und Politiker immer noch damit rechnen, mit solchen Verbrechen ungestraft davonzukommen. Diese Taten zielen niemals nur auf die unmittelbaren Opfer. Jeder Mord an einer Journalistin oder einem Journalisten ist ein Anschlag auf das Recht aller Menschen, sich frei und unabhängig zu informieren.“

Besonders brutale Morde in Mexiko

Die Liste der für Journalisten gefährlichsten Länder führt Mexiko an. Dort sind seit 2015 jedes Jahr acht bis elf Medienschaffende getötet worden, bis zum Stichtag 15. Dezember waren es im laufenden Jahr acht. Zuletzt sind laut ROG besonders brutale Morde passiert: Die Leiche eines Zeitungsjournalisten sei geköpft worden, ein Online-Journalist sei zerstückelt vorgefunden worden.
Mit sechs getöteten Journalisten bleibt 2020 auch der Irak ein gefährliches Pflaster. Es folgen Afghanistan mit fünf Getöteten, Indien und Pakistan mit jeweils vier Getöteten. Auch hier gab es äußerst brutale Morde. So wurde in Indien ein Reporter bei lebendigem Leibe verbrannt, nachdem er Korruptionsvorwürfe gegen einen Ortsvorsteher aufgedeckt hatte. In Pakistan wies die Leiche eines der Journalisten Spuren von Folter auf. Dieser hatte über Drogengeschäfte berichtet.
Auf den Philippinen wurden seit 2017 jedes Jahr mindestens drei Journalisten ermordet. Ebenfalls drei Medienschaffende sind dieses Jahr in Honduras ums Leben gekommen, in Somalia und in Nigeria wurden jeweils zwei getötet.
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Tatort: Heimatland

„Zwei Drittel der Medienschaffenden, die 2020 zwischen dem 1. Januar und dem Stichtag 15. Dezember getötet wurden, starben außerhalb von Konfliktregionen. Nur ein einziger wurde im Ausland getötet, alle anderen starben in ihren Heimatländern. Zwei der Opfer waren Frauen. Mit der Hinrichtung von Ruhollah Sam im Iran am 12. Dezember wurde erstmals seit 30 Jahren die Todesstrafe an einem Medienschaffenden vollstreckt“, so ROG.

Insgesamt seien in den vergangenen zehn Jahren weltweit mindestens 937 Menschen wegen oder bei ihrer journalistischen Arbeit umgebracht worden. 2020 hätten sich außerdem mehrere Journalisten im Zuge ihrer Berichterstattung mit Covid-19 angesteckt und seien mit oder an dem Virus gestorben.
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